On Tour – Neues vom Schee-Tunnel (Kauz)

Na, gut reingekommen? Wir auch, danke. Der erste kleine Bericht im neuen Jahr handelt, wie die Überschrift schon vermuten lässt, mal wieder vom Schee-Tunnel. Und wieder muss ich euch von einem kleinen Jubiläum meinerseits berichten: Zehn Jahre! Genau, 10 Jahre beschäftige ich mich nun mit dem Schee-Tunnel und dieses wird nun das letzte Kapitel hier auf unserer Seite. Das wirklich allerletzte Kapitel zum Thema "U-Verlagerung Kauz" werdet ihr irgendwann in gedruckter Ausführung in euren dreckigen Händen halten – doch dazu mehr, wenn es soweit ist. Ich habe die Überschrift bewusst "Schee-Tunnel" benannt, denn mit der ehemaligen Untertage-Verlagerung hat der heutige Zustand des Tunnels nicht mehr viel zu tun.

Trassenwanderung

Am 19. Dezember letzten Jahres war ja die offizielle Eröffnung der Nordbahntrasse, und einige hundert unerschrockende Trassen-Fans hatten es sich bei strömenden Regen auf dem ehemaligen Bahnsteig zwischen Gleis 1 und Gleis 2 am Wichlinghauser Bahnhof gemütlich gemacht um den diversen Eröffnungsreden zu lauschen. Wir haben das einfach mal ignoriert, oder vergessen. Genau an diesem Tage wurde auch der Schee-Tunnel für die Trassenfreunde eröffnet – komischerweise genau innerhalb der Fledermausschutzzeit. Die haben das einfach mal ignoriert, oder vergessen. Wer weiß das schon so genau.

Schee-Tunnel Südportal

Am 4. Januar dann haben wir uns auch endlich mal getraut und sind mit gemischten Gefühlen in Richtung Nächstebreck gefahren. Da das Wetter für Wuppertaler Verhältnisse an diesem Sonntag recht gut war, nur Schauer und kein Dauerregen, dachten wir uns, es wäre wohl nicht so viel los, und man könnte mal in Ruhe ein paar Fotos machen. Aber Pustekuchen. Ich konnte den ganzen Tag kein einziges Foto ohne Menschen machen. Irgendwann hatte ich auch keine Lust mehr, zumal ich an diesem Tage auch nicht Geduldigen sein Sohn war. Schlufine hatte ein bisschen mehr Glück (und Ausdauer) und ihr gelangen sogar noch ein paar gute und vor allem menschenleere Untertage-Fotos. Eins davon kommt gleich noch. (Vielen Dank dafür)
Ich war auf jeden Fall sehr erschrocken, wie der Westtunnel mittlerweile aussah. Von der urprünglichen Bausubstanz war nicht mehr viel zu sehen. Spritzbeton überall. Eine neue Wasserhaltung wurde auch installiert. Verkehrssicherung geht halt vor, auch wenn in den letzten 120 Jahren kein einziges Steinchen aus der Firste gekommen ist. Und der Produktionstunnel (Oströhre) ist zum Hochsicherheitstrakt für die Fledermäuse umfunktioniert worden. Geschichte eingesperrt! Aus den Augen aus dem Sinn. Ich bin auch an dem Tag wieder mehrfach angesprochen worden. Einige Passanten wollten wissen, wie lang der Tunnel ist, andere wiederum hatten von einer geheimen Raketenfabrik gehört. Nun gut, die paar Leutchen konnte ich aufklären. Aber das verdeutlicht auch, wie wichtig und sinnvoll es wäre, hier am Schee-Tunnel einige Hinweistafeln aufzustellen, um die Bevölkerung aufzuklären. Naja, hauptsache Wuppertal und Sprockhövel sind sich wieder ein bisschen näher gekommen.


Schee-Tunnel Nordbahntrasse

So, das war nun unsere erste Befahrung im Jahre 2015. Natürlich während der Fledermausschutzzeit – aber das haben wir einfach mal ignoriert, oder vergessen. An Alle, die noch nie im Schee-Tunnel waren: Haut rein – er ist ganzjährig geöffnet. Und beleuchtet. Und asphaltiert. Eine Befahrung ist nun auch mit Turnschuhen und Hund möglich. Glückauf...

Schee-Tunnel Nordportal

© untertage-übertage, 2015

Text: Eismann // Fotos übertage: Eismann // Foto untertage: Schlufine // R.I.P. Kauz 2014

hier gehts zu unserem Bericht über die U-Verlagerung Kauz (KLICK)

Vergessene Orte: (KLICK)