LaPaDu – Landschaftspark Nord in Duisburg

Moiners, zusammen – so ein bis zwei mal im Jahr landen wir immer wieder mal im Landschaftspark Duisburg. Ähnlich wie die anderen großen und kleinen Industrieruinen im Ruhrgebiet gibt es auch im Lapadu immer wieder Neues zu entdecken. Ein Paradies für alle Fotografen. Manchmal bummeln Teile von unserem Team nur so zum Spass durch das alte Hüttenwerk, manchmal muss auch die neue Kamera ausprobiert werden oder Nachtaufnahmen gemacht werden und ganz ab und zu verschwinden wir auch in einem der zahlreichen Luftschutzstollen, welche sich in dem großen Areal gut verstecken. Aber die Luftschutzanlagen rund um den Landschaftspark Duisburg sollen hier nicht das Thema sein. Sondern nur die Relikte der ehemaligen Schwerindustrie im Duisburg-Meiderich. Apropos Nachtaufnahmen: Eigentlich sollten in dem Fotoblock weiter unten einige davon veröffentlicht werden, doch aufgrund der Dickköpfigkeit meiner Festplatte sind die guten Bilder leider für immer verschwunden. Egal, wenn wir mal wieder nachts im LaPaDu sind werden neue Fotos gemacht und dieser Bericht um Selbige erweitert. Hier gehts nun weiter mit der (kurz-) Geschichte vom Landschaftpark Duisburg, die Fotos folgen dann weiter unten. Glück Auf...


Der Norden von Duisburg war ursprünglich ein sehr ländliches Gebiet in dem überwiegend Bauernhöfe und kleiner Siedlungen zu finden waren. Doch im Zuge der Hochindustrialisierung und der Nordwanderung der Industrie aus dem Ruhrtal in den Norden begann die Landschaft sich zu verändern. Von der ursprünglichen Gestalt war bald nicht mehr viel übrig. In Meiderich lässt August Thyssen ab 1901 die Aktiengesellschaft für Hüttenbetrieb ein Hochofenwerk bauen, das in unmittelbarer Nähe seiner bereits früher erworbenen Kohlefelder liegt. Damit schuf er die Voraussetzung für den notwendigen Verbund von Kohle und Eisen. Im Standort Meiderich wurden insgesamt fünf Hochöfen errichtet. Die fünf Hochöfen stellten in ihrer 84 jährigen Produktionszeit rund 37 Millionen Tonnen Spezialroheisen her. Dieses war in der Regel ein Vorprodukt, welches in den anderen umliegenden Stahlwerken der Firma Thyssen weiter verarbeitet wurden. Die beiden Hochöfen 3 und 4 wurden als erstes wieder abgerissen. Das war in den Jahren 1968 und 1970. Darauf folgten die beiden Hochöfen 1 und 2, welche im Jahre 1882 stillgelegt wurden. Der letzte Hochofen "Nummer 5 lebt" wurde nach nur 12 Jahren Betriebszeit im Jahre 1985 ebenfalls stillgelegt. Aufgrund von Überkapazitäten auf dem europäischen Stahlmarkt endete die Eisen- und Stahlproduktion auf dem heutigen Grundstück des Landschaftparks in Duisburg-Meiderich. Die Duisburger Firma Thyssen gibt es heute immernoch. Sie verlagerte ihre Produktion in größeren und modereren Stahlwerke direkt an den Rhein, in die Duisburger Stadtteile Schwelgern und Bruckhausen. Nach der Stilllegung wurde das alte Fabrikgelände mitsamt allen Gebäuden ein Projekt der IBA. (Internationale Bauaustellung) Nach der Stilllegung blieb eine Industriebrache von über 200 Hektar Größe zurück. Mit großem Engagement interessierter Bürgerinnen und Bürger konnte der drohende Abriss der Anlage gestoppt werden und zwischen den Duisburger Stadtteilen Meiderich und Hamborn entstand ein Park neuen Typs, der wildgewachsene Vegetation und die Industriebauten des Hüttenwerks miteinander verbindet. Von Architekt Peter Lanz und dem Verein Interessengemeinschaft Nordpark Duisburg wurde ab 1988 das gesamte Gelände umgestaltet und so umfunktioniert, dass der Landschaftspark Nord, so wie wir ihn heute kennen, im Jahre 1994 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Der Landschaftspark Duisburg Nord bildet heute einen Ankerpunkt und ein Freilichtmuseum auf der Route der Industriekultur. Also fahrt mal selber hin und genießt den LaPaDu...























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Fotos, Text und Onlinestellung: Eismann