Der Biertest

Ein Biertest auf untertage-übertage.de? Passt ja nicht so ganz in die Thematik der Internetseite, denkt ihr bestimmt, oder? Nun ja, wenn ich an die Beetpötte, die Porta-Treffen auf dem Jakobsberg oder an andere Meetings, Grillabende und Forentreffen denke, dann ist das Thema Bier gar nicht so weit weg von unserem Hobby. Ich persönlich kenne so gut wie keinen Befahrer oder Forscher, der nach der Tour nicht ein paar leckere Pilsken in geselliger Runde trinkt und dabei das Erlebte noch einmal Review passieren lässt. Bei unserer Truppe ist es nicht viel anders. In unserem Umfeld kenne ich auch nur eine einzige Person, die Bier nur als Sekundärtrunk zu sich nimmt, wenn gerade mal nichts anderes da ist. Ansonsten ist die gesellschaftlich akzeptierte Droge Nummer Eins auch in unseren Reihen präsent. Außerdem wird intern auch von den fünf B´s gesprochen, die für uns wichtig sind: Befahrung, Bier, Beton, Berge und Beischlaf! Hahaha, der eigentliche Auslöser für diesen Biertest war allerdings, dass die Brauerei Schwelm Ende September 2011 geschlossen wurde. Und zwar für immer.

Das bedeutete doch ein schwerer Schicksalsschlag für einige von uns. Ich persönlich bin ohne Schwelmer Bernstein ernsthaft in Gefahr und renne seitdem völlig planlos und desorientiert durch den Getränkemarkt und habe keine Ahnung, was ich trinken möchte. Kennt ihr das auch? Du gehst mit ein paar Freunden in eine unbekannte Pinte, machst es dir gemütlich und nimmst die Karte in die Hand. Nach dem Studieren der Durstlöscherliste musst du entsetzt feststellen, dass es entweder nur sogenannte „Mode-Biere“ und/oder dir völlig unbekannte Sorten gibt. Nachdem ich die nette Bedienung nach einen einheimischen oder regionalen Bier gefragt hatte, bekam ich als Antwort, dass die Sorten Becks, Flensburger und Paulaner ebenfalls zu erhalten wären. Na, toll – und das in Wuppertal. Was ich damit sagen will ist, ich persönlich möchte einfach bei meinem Biergenuss eine regionale Brauerei, am liebsten ein kleines Familien-Unternehmen unterstützen, und keinem Großkonzern mein Geld in den Rachen werfen... Oh, ich schweife mal wieder ein wenig ab, zurück zum eigentlichen Thema:

Ein neues Lieblingsbier muss also gefunden werden. Und genau zu diesem Zweck fand sich das untertage-übertage-Team bei mir in Stollenhausen ein, um einige neue, bekannte und unbekannte Biersorten zu testen. Natürlich ist die Auswahl viel zu groß und je nach Region völlig verschieden, so dass wir nur einen kleinen Einblick in die Biervielfalt geben können. Hinzu kommt noch, dass die Geschmäcker der jeweiligen Personen total verschieden sind, so dass wir die getesteten Biermarken nur nach unseren eigenen Geschmacksempfinden rein objektiv beschreiben und bewerten können. Nehmt alles nicht immer so ernst und trinkt euch beim Lesen eine gute Flasche Bier – Skol und Glück Auf bis zum nächsten mal...

Biergesellschaft

Bewertungsschema:

Marke:

Testperson:

1: Schaum / 2: Farbe / 3: Geruch / 4: Geschmack / 5: Kommentar / 6: Note

Gesamtnote:


Und los geht’s:

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Lübzer Pils:

Björn: 1: mieser Schaum, 2: Biergelb, 3: bah!, 4: auch bah!, 5: widerliche Jauche, 6: Note 5

Chris: 1: kurzzeitig vorhanden, 2: normaaal, 4: kommt schon schal aus der Flasche, 5: taugt nix, 6: Note 5

Elke: 1: überhaupt nix, 2: Klargelb, 3: sehr herb, 4: ungenießbar, 5: nicht zu empfehlen, 6: Note 5

Markus: 1: sehr schnell weg, 2: Pissgelb, 3: unangenehm, 4: schlecht, 5: ich hab mein Bier immer noch nicht leer, 6: Note 5

Micha: 1: mangelhaft, 2: Goldgelb, 4: schal, 5: Kirmes-Bier, 6: Note 5

Olly: 1: kurzer Schaum, 2: Bierfarbe, 3: schal-herb, 4: norddeutsch-flach, 5: vergiss es, 6: Note 4

Durchschnittsnote: 4,8

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Tyskie:

Björn: 1: OK, 2: Gelb, 3: angenehm, 4: mild, 5: man bleibt am kacken, 6: Note 3

Chris: 1: hält, 2: jear, 3: neutral, 4: mild, 5: würzig penetranter Beigeschmack, 6: Note 3

Elke: 1: gut, 2: Schöngelb, 3: riecht so wie B.P. insel, 4: akzeptabel, 5: die Polen können was, 6: Note 3

Markus: Gesamtnote 3

Micha: 1: schöne Blume, 3: würzig, leicht herb, 4: würzig, leichte Malznuance, 5: lecker und süffig, 6: Note 3

Olly: 1: super, 2: wie Bier, 3: okay, 4: wie polnisch Suppe, 5: erfrischend wie Fahrtwind, 6: Note 3

Durchschnitt: Glatt 3

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Rönsahler Festbier:

Björn: 1: perfekt, 2: Dunkelgelb, 3: Bier, 4: nicht meins, 5: Handarbeit (geil), 6: Note 3

Chris: 1: besser geht’s nicht, 2: trüb, 3 und 4: unlesbar, 5: super, 6: Note 1

Elke: 1: schäumt saugut, 2: Brauntrüb, 3: Hefe, ekelig, 4: nicht mein Ding, 5: möchte ich nicht sagen, 6: Note 4

Markus: Note Bier: 4, Note Hefe: 2

Micha: 1: sehr gut, 3: wie Hefeweizen, süß, 4: Hefeweizen, 5: sättigend, Handarbeit, 6: Note 3

Olly: 1: schön viel Schaumbad, 2: leichtes Krefelder, 3: mein Freund ist Sauerländer, 4: Neuland, 5: Der Hardcore-Plöpp ist sehr Basslastig, 6: Note 3+

Gesamturteil: Note 2,8

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Rothaus Pils:

Björn: 1: naja, 2: Gelb, 3: nach Morgenurin, 4: laff, 5: bau keine Scheiße mit Bier, 6: Note 4

Chris: Kirmes-Bier, musste kämpfen

Elke: wer will mein Glas?

Markus: Note 5-6

Micha: 1: befriedigend, 3: Bier, 4: naja, 5: Kirmes-Bier, 6: Note 4

Olly: 1: viel zu viel, 2: wie Bier, 3: komisch, 4: kein Geschmack, 5: nur was für Kölner, 6: Note 4

Durchschnitt: 4,9

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Veltins:

Björn: 1: geht, 2: gelb, 3: gut, 4: geil, 5: mein Lieblingspils, 6: Note 1-

Chris: 1: ok, 2: ok, 3: ok, 4: ok, 5: aus der Flasche besser, 6: Note 4

Elke: 1: gut, 2: Hübschgelb, 3: normal, 4: alles gut, 5: besser aus der Flasche, 6: Note 2

Markus: Durchschnittsbier, Note 3

Micha: 1: gut, 3: gut, 4: ok, 5: halt ne Großbrauerei, 6: Note 3

Olly: 1: ja, 2: Ral 1021, 4: toft, 5: Kommerzkacke, 6: Note 3+

Gesamturteil: Note 2,8

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König Ludwig Dunkel:

Björn: entsorgen – aber nicht in mir, Note 6

Chris: 1: geht so, 2: dunkel, 3: malzig, 4: dito, 5: geschmacksneutral, 6: Note 6

Elke: 1: ja, 2: black, 3: gut, 4: eh man, igitt, 5: Curry schmeckt besser, 6: Note 6

Markus: mag ich nicht, Note 666

Micha: 1: ausreichend, 2: dunkel, 3: malzig, 4: wie schlechtes Malzbier, 5: muss nicht sein, 6: Note 5

Olly: 1: ja, 2: dunkel, 3: wie König Ludwig nach nem Verkehrsunfall, 4: wie Klärschlamm, 5: Bayern vernichten, 6: Note 6-

Durchgefallen

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Zunft Kölsch:

Björn: 1: ja, 2: Gelb, 3: nicht gut, 4: was war?, 5: ficken?, 6: Note 4

Chris: 4: naja, Kölsch halt, 5: Lokalpatriotismus ist alles, 6: Note 5

Elke: 1: nicht so wirklich, 2: siehe 1, 3: Hustensaft, 4: Gülle, 5: nix gut, 6: Note 6

Markus: 1: schnell weg, 4: mild, 6: Note 5-6

Micha: 1: wenig, 3: nach nix, 4: laff, 5: passt nach Köln, 6: Note 4-5

Olly: 1: nö, 2: ja, 3: nö, 4: harmlos, 5: kann man trinken, 6: Note 4

Macht im Durchschnitt: Note 4,8

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Schwarzer Steiger:

Björn: eine ökologische Katastrophe, Note 6

Chris: 1: ok, 2: schwatt, 3: schwatt, 4: schwatt, 5: nee, 6: Note 5

Elke: 1: die Wanne ist voll, 2: Kohlenpott, 3: sechs Tage alte Socken, 4: wie Seuche ganz unten, 5: nee, nicht gut, 6: Note 6

Markus: 1: schaumig, 4: außergewöhnlich, 6: Note 666

Micha: 1: geht so, 3: wie Vitamalz, 4: malzig, 5: Name toll, Bier: naja, 6: Note 5

Olly: 1: Schaumbad, 2: wie Fettkohle, 3: ich rieche eh nix mehr, 4: wie Fledermausschutz – am besten zu lassen, 5: guter Name, sonst nix, 6: Note 5

Durchschnitt: 5,7

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Fiege Pils:

Björn: 1: gut, 2: grün, 3: neutral, 4: mild, 5: ist gut im Abgang, 6: Note 2

Chris: 1: naja, 2: x, 3: hell, 4: neutral, 5: weder gut noch schlecht, 6: Note 3

Elke: 1: ja, ist gut, 2: sonnig, 3: lecker, 4: juhu, dat Bier ist es, 5: da kommen Frühlingsgefühle auf, 6: Note 3+

Markus: 1: ist okay, 4: mild-herb, 6: Note 2-3

Micha: 1: gut, 3: lecker, 4: süffig, 5: mein Favorit, 6: Note 2+

Olly: Bochum, ich komm aus dir...Note 2

Gesamt: Note 2,4

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Krombacher Pils:

Björn: 1: gut, 2: Goldgelb, 3: neutral, 4: weich, 5: gewohnte Qualität, 6: Note 2

Chris: 1: fällt schnell, 4: gutes Pilsener, 5: unlesbar, aber wohl positiv, 6: Note 2+

Elke: schaumig, spitze, Note 2

Markus: will kein Bier mehr...

Micha: ist einen Moment lang eingeschlafen...

Olly: Note 2-

Testsieger: Note 2

immer schön anstellen, woll?

Danach versank das Vorhaben „Biertest“ allmählich im Chaos, unsere Gitarristen (und davon haben wir viele, hömma...) holten die Gitarren raus und der feuchtfröhliche Abend endete in einem Medley unser schönsten Bergbau-Lieder...

Anstoßen: Skol, Bonnost, Sömmerda, Dochböden, Prost, Soest, Hunstst, Glückauf...

Cristoph und sein Rönsahler Bier...

© untertage-übertage, 2011
Idee, Text, Gesamtleitung: Bierfreund Sir Ollrich Eismann von Teutoburg
Chaoskommando: Björn, Christoph, Elke, Markus, Micha und Icke, wah?
Location: Wuppertal-Erdbeerfeld
Fotos: Eismann
Musik: Zwangsentsamung

Danke an alle Beteiligten für „Bring mich Bierchen“ und das Chaos...

Nachtrag von Eismann, April 2012:

So, Freunde...
Diejenigen unter euch, die unsere Seite gut kennen, wissen, dass vor allem ich in mehreren Berichten unterschwellige Werbung für das Schwelmer Bernstein eingebaut habe. Ja, jetzt schon wieder, allerdings zum letzten mal. Wie oben ja schon beschrieben, gibt es die Schwelmer Brauerei, und somit das „Schwelmer Bernstein“ leider nicht mehr. Aber: Tusch! - Bernstein lebt! – Hurra... Der Name ist von Schwelm nach Bochum gewandert und das Bernstein wird jetzt von der Privatbrauerei Moritz Fiege gebraut. Ich habe meine Wahl getroffen und das „Fiege-Bernstein“ zu meinem persönlichen Lieblingsbier erkoren. Dieses leckere Bier kommt in der traditionellen Plöpp-Flasche und schmeckt (fast) so, wie das Original aus Schwelm. Prost! Apropos Original – auch in Schwelm war man nicht untätig. Einige entschlossene Bürger taten sich zusammen um unter dem Banner „Schwelme-Bräu“ die Biertradition in der kleinen Stadt zu erhalten. Das neue „Schwelmer-Bier“ wird jetzt am Teutoburger Wald gebraut, ist aber nur in unserer Region zu haben. Es gibt (zur Zeit) drei verschiedene Sorten, die ich jetzt mal eben kurz in einem nachträglichen Mini-Biertest beschreiben werde:

Schwelmer Bronze:
Düsseldorf lässt grüßen, kommt zwar nicht ganz an das Schwelmer Alt ran, aber verdammt lecker, süffig, kräftig aber nicht aufdringlich... Note: 2

Schwelmer Kupfer:
Mein persönlicher Favorit der neuen Schwelmer Kollektion, ein Wort: Toft! Note: 2+

Schwelmer Messing:
Messing ist eine Legierung – und so schmeckt das Messing auch. Wie eine Legierung aus Flensburger und Potts, für meinen Geschmack zu nordisch, zu herb. Das Messing ist vom Schwelmer Pils so weit entfernt, wie ich davon, endlich Bundeskanzler zu werden. Nix für ungut... Note: 4

Foto: Schwelmer Messing und Kupfer


Sooooo, das war unser kleiner Ausflug ins Reich des Bieres. Ich hoffe, ihr habt euch ein wenig amüsiert, mein nächster Bericht handelt wieder von den gewohnten Dingen, die auf unserer Seite so behandelt werden...

www.moritzfiege.de
www.schwelmebraeu.de 

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Update:

Der Biertest geht weiter...

Im Rahmen eines Familienausfluges besuchten wir in unserer schönen Landeshauptstadt Düsseldorf das brasilianische Restaurant "Sucos do Brasil" um eine kleine Stärkung zu uns zu nehmen. Neben den südamerikanischen Köstlichkeiten gab es natürlich auch Bier aus Brasilien. Schlufine erzählte mir zuvor, dass das "Skol" die bekannteste brasilianische Biersorte wäre und es sehr herb schmecken würde. Hmm, herb? Da stehe ich eigentlich nur bedingt drauf, aber neugierig, wie ich nunmal bin, wollte ich das "Skol" jetzt auf jeden Fall probieren. Schon kurze Zeit später hatte ich die eisgekühlte Flasche vor mir auf dem Tisch stehen. Ich geäugte sie gründlich, Drehverschluss, 0,355 Liter Inhalt, komisches Maß, aber egal - ich setzte an, ließ das unbekannte Pils meinen Gaumen und Rachen passieren... 



Von wegen herb, eine leckere Bierspezialität umspülte mein körpereigenen Biersensor. Mild und süffig - einfach erfrischend, ich war begeistert. Das brasilianische "Skol" ist die "leicht fruchtige" Version von meinem geliebten Bernstein. Ein verdammt leckeres Bier, am besten geeignet für warme Sommertage...

Fazit: Note 2+, sehr lecker, leider bei uns nur schwer zu bekommen...

Danke an die große und kleine Schlufine - SKOL!!!, Eismann