Altbergbau in Wuppertal - die Zeche Karl

Es war im letzten Sommer als ich nach einem Hochbunker-Besuch die Schwelmer Straße in Wuppertal-Langerfeld entlang lief. An einer Bushaltestelle vertrieb ich mir die Zeit und laß die hier aufgestellte Chronik von Langerfeld. Als ich einen Hinweis auf eine alte Galmei-Zeche entdeckte, sah ich von meiner Busfahrt ab und begab mich vor Ort. Schon nach kuzer Zeit sah ich eine Lore und den Schachtring in der Abendsonne, welche mir zuwinkten und laut meinen Namen riefen...

Hier gehts 48 Meter in die Tiefe

...nach Erkundung der Montanrelikte machte ich noch die obligatorischen Fotos und verweilte noch einige Zeit auf einer Bank neben der Lore.

Hunt mit Infotafel

Die Bergbaugeschichte von Langerfeld begann etwa um 1650. Schon damals wurde in der Region nach Galmei und Eisen gegraben. Richtig akut wurde es aber erst im Jahre 1879 als die Gesellschaft für Bergbau aus Stolberg bei Aachen die alten Gruben in Langerfeld neu aufleben ließen. Die alten Schächte wurden tiefer geteuft um an das Zinkerz zu gelangen. (Galmei = Zinkerz) Zwischen den Jahren 1879 und 1895 arbeiteten rund 50 Bergmänner auf der Zeche Karl in Langerfeld. In den untertägigen Stollen wurde nicht nur Galmei, sondern auch Eisenerz abgebaut. Von den Tagesanlagen aus wurden die Erze mittels Lorenbahn zur Wäsche an der Ehrenberger Straße transportiert. Nach der Aufbereitung wurden Sie dann zum Bahnhof Rittershausen (heute Oberbarmen) gebracht und zur Weiterverarbeitung mit Zügen in die Industriestädte im Ruhrgebiet gebracht. Die Zeche Karl war nicht so ertragreich wie andere Gruben. Im Jahre 1884 förderte das kleine Bergwerk in Langerfeld rund 5.373 Tonnen Eisenerz und etwa 1746 Tonnen Zinkerz zu Tage. Fünf Jahre später waren es nur noch 1.360 Tonnen Eisenerz und 181 Tonnen Zinkerz. Zu dieser Zeit waren noch 18 Bergleute auf der Zeche Karl beschäftigt. Da sich der Abbau der Mineralien bald nicht mehr lohnte, wurde die Grube wegen zu geringer Fördermengen im Jahre 1895 wieder stillgelegt. In der Nachfolgezeit wurden leider alle Grubengebäude der Zeche Karl abgerissen, so daß heute nur noch die Straßennamen "Eisenstraße" und "Galmeistraße" an das Bergwerk erinnern.

Die Zeche Karl

Der Langerfelder Heimatverein hat hier ein stück Geschichte des Stadtteils liebevoll wieder hergerichtet und für die Nachwelt erhalten.
Danke und Glückauf, Eismann

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