der Steiger kommt...

Zeche Hannover - Malakowturm in Bochum

Bergbaurelikt in Bochum

Mit dem Abteufen der Schächte 1 und 2 der Zeche Hannover im Jahre 1857, begann auch der Bau von zwei Malakowtürmen über den Schächten.Von den 1859 fertiggestellten, aus Sandstein errichteten Malakowtürmen existiert heute nur noch der Malakowturm über dem Schacht 1 und das Maschinenhaus. Ursprünglich lag das Maschinenhaus zwischen den beiden Türmen, welches die Zeche Hannover wie eine burgenähnliche Festung aussehen ließ. Die Schächte 1 und 2 erreichten in den Jahren 1855 und 1860 das Steinkohlengebirge. Die Förderung der Steinkohle begann allerdings erst 10 Jahre später. Die zunächst unbedeutende Zeche Hannover wurde nach dem Kauf von Alfred Krupp im Jahre 1872 schnell zu einem florierenden Bergwerksbetrieb ausgebaut. Unter Regie des Großindustriellen Krupp wurde der Schacht 1 von 162 Meter auf 304 Meter tiefergeteuft und der Bau von zwei weiteren Schächten (Schacht 3 und 4) veranlasst. Die Schächte 3 und 4 der Zeche Hannover nahmen 1880 ihre Kohlenförderung auf.

Zeche Hannover

Etwa zur gleichen Zeit fand eine Revolution in der Bergbautechnik statt. Der damalige Werksdirektor der Zeche Hannover in Bochum, Friedrich Koepe, erfand ein neues Förderverfahren - die sogenannte Koepe-Förderung. Friedrich Koepe ersetzte die bis dahin übliche Trommel (Trommelfördermaschine), auf die das Seil aufgewickelt wurde, durch eine Treibscheibe. Zum ersten mal in der Bergbaugeschichte hing nun ein Unterseil unter den Körben. Die Koepe-Förderung arbeitete nun mit einem viel geringeren Energieaufwand bei der Seilfahrt und beim Materialtransport.

Lüftergebäude und Malakoffturm

Auch die Verschleißerscheinungen am Seil und somit der Seilbruch war erheblich niedriger. Die erste Fördermaschine dieser neuen Bauart ging 1878 über Schacht 1 in Betrieb und übernahm fortan die Steinkohlenförderung des Bergwerks. Leider ist sie bis heute nicht erhalten geblieben. 1888 wurde über Schacht 2 die erste Turmfördermaschine der Welt mit derselben Antriebstechnik errichtet und in der Steinkohlenförderung eingesetzt. Im Jahre 1892 wurden auf der Zeche Hannover zum ersten mal die Grubenpferde abgeschafft. Der Untertage-Betrieb wurde nun mittels Seilbahnen auf maschinelle Streckenförderung umgestellt.

Malakowturm über Schacht 1

Die Grube förderte im Jahre 1903 rund 860.000 Tonnen Kohle zu Tage. Zwei Jahre später wurde ein weiterer Schacht (Schacht 5) abgeteuft. Die Schächte 3 und 4 wurden 1932 stillgelegt und mit der Anlage Hannover 1/2 zusammengelegt. Nachdem der Schacht 2 im Jahre 1938 bis auf 950 Meter geteuft wurde, begann man 2 Jahre später auf ihm mit dem Bau mit der ersten Vierseilförderung der Welt. Eine weitere Premiere auf der Zeche Hannover in Bochum folgte dann im Jahre 1942: Zum ersten mal wurde Untertage im Ruhrgebiet ein Kohlenhobel zur Kohlengewinnung eingesetzt. Die Tagesanlagen der Zeche Hannover wurden während des Zweiten Weltkriegs teilweise stark beschädigt. Sie wurden aber nach dem Krieg wieder errichtet und die Grube nahm 1947 ihre Steinkohlenförderung wieder auf. Die größte Fördermenge von 1,8 Millionen Tonnen Kohle (Gaskohle und Fettkohle) war im Jahre 1965, bevor die Zeche Hannover als letztes Bergwerk in Bochum, im Jahre 1973, ihre Förderung einstellte und stillgelegt wurde...

Salzgitterlader zum Streckenvortrieb

Die ehemalige Zeche Hannover in Bochum mit Malakowturm, Maschinenhaus, Dampfmaschine und Lüftergebäude ist heute als Standort des Westfälischen Industriemuseums für interessierte Besucher zugänglich. Zusätzlich ergänzt seit 2001 die Zeche Knirps, ein Kinderbergwerk die geschichtsträchtigen Bergwerksgebäude. In der Zeche Knirps können Kinder die Funktionsabläufe in einem Bergwerk spielerisch erleben. Fahrt doch mal hin...

Gesamtansicht der Zeche Hannover

Westfälisches Industriemuseum Zeche Hannover
Hannoverstraße, Bochum-Hordel, Tel.: 0231 - 69 61 23 0

© Eismann, 2008