Luftschutzbunker in Wattenscheid - Hochbunker Wibbeltstraße

Dieser Hochbunker befindet sich in unmittelbarer Nähe vom Bahnhof Bochum-Wattenscheid. Wenn ihr dem Bunker mal einen Besuch abstatten möchtet, dann geht ihr aus dem Bahnhofsgebäude raus, danach etwa 50 Meter nach rechts. An der Hauptstraße (Bahnhofsstr.) biegt ihr dann links ab, geht unter der Autobahnbrücke hindurch in Richtung Wattenscheid und seht sogleich den Hochbunker auf der rechten Strassenseite, direkt hinter der Brücke.

(Der aufmerksame Bunkersucher hat den Betonklotz schon vom Gleis aus oder vom Bahnhofsausgang gesichtet.)

 Hochbunker Wibbeltstr.

Der relativ gut erhaltene Hochbunker hat vier Etagen und wurde im Rahmen der Stadtverschönerung, wie fast alle Hochbunker in Bochum, bunt angestrichen. Er wurde in der ersten Welle des Luftschutz-Bauprogamms, also im Jahre 1940 erbaut. Das Betongebäude bot 870 Personen einen Schutzplatz im Ernstfall. In diesem Bunker gab es nur Sitzplätze. Da er ein großes Einzugsgebiet hatte, wurde der Bunker bei Luftangriffen auf Wattenscheid mit einer sechsfachen Personenanzahl (über-) belegt. Dieser Zustand führte leider dazu, daß dieser Hochbunker von der technischen Ausstattung her gesehen, weit hinter den anderen Luftschutzbunkern in Bochum zurück lag. Die einzige zentrale Lüftungsanlage schaffte den vorgeschriebenen Pro-Kopf-Bedarf von 30 Litern gereinigter Frischluft pro Minute nicht einmal annähernd. Auch die Abluftanlage konnte bei dieser Überbelegung nicht für die gesamte Absaugung der verbrauchten Atemluft der Schutzsuchenden sorgen. Positiveres gibt es von der Beleuchtung des Hochbunkers zu berichten: Es waren rund 185 Lampen mit jeweils 40 Watt Lichtleistung vorhanden. Diese funktionierten auch dank der 25,5 Kilowatt-Anlage, so daß keiner der Bunkerinsassen im Dunkeln auf das Kriegsende warten musste...

 Luftschutzbunker in Wattenscheid

Fotos und Text: Sir Ollrich von Elberfeld / © Ut-Üt ,2009

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Luftschutzbunker in Wattenscheid - Hochbunker Marienstraße

Dieses besondere Bunkerbauwerk befindet sich im Zentrum von Bochum-Wattenscheid an der Marienstraße, nördlich der Innenstadt. Besonders deshalb, weil der Hochbunker aus mehreren, versetzten Bunkerklötzen besteht und ein anliegendes, turmähnliches Treppenhaus besitzt. Der Bunker erinnert ein wenig an den Lazarett-Bunker in Münster. Er sieht ein bisschen aus wie eine Burg und sollte aus der Luft nicht sofort als Luftschutzbauwerk erkannt werden. Er wurde also dem Stadtbild, aus der Vogelperspektive aus gesehen, angeglichen. Ob es was genützt hatte, sei mal dahingestellt - jedenfalls konnten die alliierten Flieger, vor allem bei Nachtangriffen, eh nichts erkennen.

 Hochbunker an der Marienstraße

 Bombensicherer Eingang zum Hochbunker

Dieser vierstöckige Hochbunker wurde im Zuge der ersten Bauwelle, im Jahre 1941 erbaut. Verantwortlich war in diesem Falle der aus Wattenscheid stammende Architekt Ringelbrand. Er entwarf die Baupläne für dieses Bauwerk. Spätere Bunker in Bochum mussten wegen dem Baustoff - und Arbeitermangel etwas schlichter ausfallen.

 Lüftungsrohr mit Druckschutzplatte

Der Luftschutzbunker an der Marienstraße war einer der Wenigen, in dessen Beton eine echte Spiralarmierung verwendet wurde. Eine weitere Besonderheit ist die Bodenplatte mit doppelter und kreuzweise verlegter Armierung von zwei Zentimetern Stärke im Beton. Diese diente zur Sicherung gegen Bergschäden. Die betonierte Abschlussdecke hat eine Stärke von 1,40 Meter, wie es bei allen Bunkern der 1. Bauwelle vorschrift war. Gebaut wurde der Hochbunker mit 874 Schutzplätze für die Zivilbevölkerung. (553 Sitzplätze und 321 Liegeplätze) Im Ernstfall war der Bunker allerdings mit bis zu 3.400 Personen belegt.

 Turmanbau mit Treppenhaus

Für das Bauvorhaben "Hochbunker Marienstraße" wurden 3.260m³ Stahlbeton und 276m³ Stampfbeton benötigt. Die technische Einrichtung bestand aus einer gassicheren Kampfstoffbelüftung mit 2,4er Filtersystem von der Firma "Rheinwerk" aus Wuppertal. Die Hauptbelüftungsanlage stammte ebenfalls aus Wuppertal und wurde von der Firma Winkelsträter geliefert. Die Warmwasserheizungsanlage mit 2 Kesseln wurde gesondert in einem Splitter- und Trümmersicheren Bunkervorbau untergebracht. Oh, ich sehe gerade, daß auf meinem Info-Zettel nun aufgebraucht ist. Na, dann endet an dieser Stelle eben diese kleine Bunkervorstellung... Wer mehr über diesen oder andere Bunker in Bochum wissen möchte, der wende sich bitte an die Kollegen von "Bochumer-Bunker.de"...

Die Fotos sind ganz frisch von letzter Woche und stammen von Eismann.
Der Text auch...

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