Wandertour durchs Sauerland 1995

(Heute vor 20 Jahren)

Hallo Freunde, hallo Feinde – Der letzte Bericht für dieses Jahr hat den Untertitel "Heute vor 20 Jahren" und handelt von einer Wandertour durch das schöne Sauerland, welche wir im Sommer 1995 gemacht haben. Wir waren in den 90er Jahren sehr oft im Wald unterwegs, meistens im Teutoburger Wald, aber einmal im Jahr hatten wir auch eine größere Tour durchgeführt. Diese war eigentlich immer im Sauerland und dauerte eine Woche. Sozusagen der Grundstein für unser heutiges Hobby – im Wald zu Hause. Diesen Bericht habe ich letztens beim Aufräumen gefunden, er war damals noch handschriftlich verfasst, denn niemand von uns hatte vor 20 Jahren eine Schreibmaschine oder gar einen Computer. Ebenso die Fotos wurden mit einer analogen Kleinbildkamera aufgenommen und waren eher Schnappschüsse, als dokumentarisch wertvolle Fotografien. Danke an Bergmann, dass er in seinem Archiv gewühlt hat und mir sein heiliges Fotoalbum zum Abfotografieren überlassen hat. Das erklärt auch die miese Qualität der Bilder, zumal die Fotos alle in Hochglanz entwickelt wurden. Aber egal, jedenfalls will ich euch diesen Bericht nicht vorenthalten, sozusagen als kleines Weihnachtsgeschenk präsentieren. Ich hatte auf jeden Fall beim Lesen und Abtippen viel zu lachen und ich hoffe, euch bereitet dieses kleine Stück Zeitgeschichte beim Lesen genauso viel Spass, obwohl ihr ja nicht dabei wart. Aber wer uns kennt und mag, wird sich sicherlich auch so einige Male an seine oder ihre Anfangstage in der Szene zurückerinnern. Okay, wir waren damals tief in der Punk-Szene verwurzelt und deshalb bitte ich die lockere Schreibform und einige Ausdrücke zu entschuldigen. Dieses ist eigentlich der Sauerlandbericht Teil 3 – aber die beiden Touren davor wurden nur von Björn und mir durchgeführt. Leider sind die Aufzeichnungen, die Tourtagebücher bis heute verschollen. Wobei ich mir sicher bin, dass ich auch da welche verfasst hatte, zumal 1993 und 1994 auch schon Stollen und Höhlen in den Texten auftauchen. Auch damals schon habe den Schreiberling markiert... Alles ist im Original gehalten, bzw Abgetippt worden, es gibt keine Verschönigungen, Korrekturen, dafür aber jede Menge literarische Schwächen. Diesesmal waren wir zu viert unterwegs. Und was wir damals, noch unter anderen Namen, erlebt hatten, dass könnt ihr nun lesen.
Okay, viel Spass mit diesem historischen Bericht – Olly Eismann

Anmerkung:

Knilke = Elke
Knödel = Thorsten
Nudel = Olly / Eismann
Socke = Björn / Bergmann

Tour 95 – Sauerland / Arnsberger Wald

Hallöchen! Schön, dass sie sich überwinden konnten, diesen Quatsch zu lesen. Aber nun gut, jedenfalls trafen sich mal wieder einige Bekloppte, um wie die Irren durch den Wald zu schraten.
Mit von der Partie waren dieses mal Socke, Knödel, Knilke, Nudel und ich, Nudels verzauberte Tarnkappe, welche diesmal den Job als Berichterstatter übernahm. Also los gehts:

Wir trafen uns am Vorabend des Sonntags (09.07.95) bei Nudel und Knödel in der WG um noch unsere Klamotten zusammen zu packen. An diesem Abend waren alle gut drauf und viel zu aufgeregt um ordentlich zu pennen. Deshalb hatten alle auch nicht besonders viel geschlafen, als es am nächsten Morgen endlich los ging. Startschuss war um Acht. Schwer bepackt fuhren wir zunächst mit dem Buzz (natürlich schwarz) zum HBF in Münster. Von dort aus fuhren wir mit dem Zuch (Wochenendticket) nach Hiernase, wo erstmal Frühstück in Form von Kackreizrisotto und Malzbier gab. Danach gings dann über Schwerte weiter nach Meschede, wo wir den Zuch wieder verließen. Heute wollten wir nicht so viel laufen, da wir am nächsten Tag hier noch einkaufen wollten. Jedenfalls sind wir nur bis zum Hennesee, wo wir letztes Jahr auch schon waren, gelatscht. Dort gab es dann Ravioli, Feuertopp und jede Menge Kaffee, bevor alle bei 28 Grad die Klamotten auszogen und nackig in den See rannten. Erstmal stockgünther Schwimmchen machen und so. Socke stellte sich als besonders guter Kaffekocher raus, da er Milch in das Kaffeepulver kippte und sich wunderte, dass das Zoich so komisch schmeckte. Gegen 17 Uhr zogen dann Wolken auf und Socke und Nudel war klar, dass es nachher noch ein Gewitterchen geben würde. Ein paar Kaffee und Schwimmrunden später kam auch das typische Hennesee-, bzw. Sauerlandgewitter. Dieses zwang uns etwas tiefer in den am See befindlichen Wald zu ziehen und unsere Zelte aufzubauen. Das Zeltaufbauen erwies sich als garnicht so einfach, zumal an jedem Zelt wat fehlte. Bei Knödel fehlten die Häringe, welche wir von Nudels Zelt nahmen, da Nudel günstigerweise sein Oberzelt vergessen hatte und somit sein Zelt nicht aufbauen konnte. (Aber die ganze Zeit mit sich rumschleppen durfte) Egal! Völlig nass saßen alle danach im Zelt und warteten darauf, dass dat Gewitter endlich abhaut, was es günterweise nach ner Stunde auch tat. Danach gingen alle irgendwelchen Tätigkeiten nach, halt worauf sie gerade Bock hatten. Socke schnitzte sich nen Speer und versuchte Hasen zu jagen. Nudel versuchte sich als Pilzesammler. Knödel erkundete die Gegend und Knilke versuchte auch nen Speer zu basteln. Leider gab es keene Pilze und auch keine Hasen, außer zwei kleine Kitze, welche sich duckten. Aber die wollten wir ausnahmsweise mal nicht essen. Später, nach dem Abendmahl, (Socke hatte Sauke im Gesicht) mussten alle ordentlich furtzen, und die männlichen Anwesenden regten sich über das seltsame "Schniedelschrumpfen" von den nassen Klamotten auf. Nachdem dann alle geschissen hatten gingen wir zu Bett, oder was man so Bett nennen kann und schliefen ein wenig, denn es war total eng. Vier Personen in einem 2-Mann-Zelt. Bis Morgen dann...
Spruch des Tages: Alle machen AA, außer BB, der macht CC!

Baden im Hennesee

Nudel auf seiner Strandmatte

Waldlager 1 im Sauerland

Im Wald und auf der Heide...

...da hab ich meine Freu(n)de...

New Kitz in the Wood

Am nächsten Tag war es wieder schön warm. Die Sachen waren wieder einigermaßen trocken und Socke und Nudel gingen nach Meschede um einzukaufen. Als die zwei wieder anwesend waren, alle gegessen und ne Wurst gelegt hatten, ging es gegen 12 Uhr los in Richtung Süden. Unterwegs wurde viel dummes Zeugs geredet. Am Goldenen Stauch (654m) machten die Wandersleute die zweite Kaffeepause. Socke findet dabei einen Sonnengeriebenenbrand auf seiner Schulter. Wir sind jetzt ca. 25 km gelaufen. Es war sehr heiß (mindestens 487 Grad) und wir mussten über unendlich viele Felder, bevor wir wieder im heißgeliebten Wald ankamen. Um 18.11 Uhr kam eine wunderbare Überraschung auf uns zugeflogen. Und zwar sah es gerade mal wieder nach Gewitter aus und der Berg war so steil, dass es keine Zeltaufbaumöglichkeit gab. Aber dann kam die Überraschung in Form einer Schutzhütte, welche total günther am Bergrand lag. So mit nem Spielplatz, nem Wassertretbecken und goldiger Aussicht davor. Dat ganze natürlich voll im Salat. An dieser Hütte fühlten wir uns so richtig gold. Wir kochten Kaffee aus feinem Mineralwasser (kein Kastell) mit welchem das Tretbecken gespeist wurde. Zum Abendessen gab es Eintopp, da Nudel mal wieder erfolglos beim Pilzesuchen war. Knödel und Socke badeten noch ein wenig im 3 Grad heißen Wasser, was natürlich wieder Schrumpfschniepel zur Folge hatte. Abends dann konnte man dann noch den örtlichen Wassertret eV beobachten. Die Einheimischen hatten zumindest einen Heidenspass an ihrem Wassertretbecken. (Ob die das wohl jeden Abend machen?) Wie dem auch sei, nachdem wir uns von dem Genörgel von Knilke erholt, Postkarten schrieben und ein aufschlussreiches Gespräch über das Ziehenlassen von Knödels Waldmine hatten, legten sich alle Beteiligten ab und schliefen. Knödel und Nudel etwas später, da sie noch etwas Scheiße labern mussten. Ein kleines Gewitter zog noch vorbei, aber da waren die meisten schon am pennen. Gute Nacht wünscht eure Kappe...

Pause irgendwo im Sauerland

Knilke im Wald

Nudel: Ihr da - folgt mir...

Wassertret-Schwimmbecken

Socke macht Flachköpper

Knödel und sein Kaffee inna Schutzhütte

Grüße aus dem Sauerland

Socke und Knilke im Nachtlager

Zön guten Morgen! An unserem dritten Morgen schien wieder die Sonne und es war schätzungsweise 26 Grad warm. Zunächst gab es ein Blutwurschtfrühstück mit mindestens 6 Tassen Kaffee für die Kaffeetrinker. Nachdem Socke und Nudel nen bisschen gebadet (kleiner Pinn), Knilke die Milch zugenäht und der Rasenmähermann genervt hattte, ging es gegen 10 Uhr weiter den Berg hinauf. So wie jeden Morgen. Knödels Kopp schrumpfte weiter und er stellte seine Mütze ins dritte Loch. Tja, verzauberte Tarnmützen passen sich der Kopfform an. Unterwegs wurde von allen viel Dummbaz gelabert, was sich aber bei Knilke schon nach 3 Kilometern einstellte. Der Tabak neigte sich gen Ende und bei Socke waren die Rucksackschnallen locker. Trotzdem war die Gegend wunderschön. Nur Wald und Berge zu sehen. Später dann, nachdem wir die besagten Wälder und Berge erklommen hatten, haben wir erstmal Pause (Kaffee) in der Nähe von Bödefeld gemacht. Jeder hatte so seine Leiden. Knödels Schulter war Matsch, Nudels Arschleiden trat wieder auf, Socke konnte wegen Tabakmangel keine rauchen und Knilke tat so gut wie alles weh. (hihihi) Es war sehr heiß, so dass die Pause über ne Stunde dauerte. Aber ein paar Kaffee später trabten wir weiter zur unserer heutigen Pennstelle. Über (die Hand von) Bödefeld, wo wir eingekauft hatten und Nudel und Knödel ihr erstes Bier (niz DAB) auf dieser Tour getrunken hatten, gingen die gnadenlosen Vier zu einem weiteren Wassertretbecken zwischen Bödefeld und Weißauchnichtgenau. Das Tretbecken war zwar zön, doch leider viel zu nah an ner Straße. Achja, Osterwald hieß dat Kaff. Da aber alle leicht genervt und völlig im Arsch vom vielen Laufen waren, wollten wir diese Nacht hier verbringen. Nachdem wir gespeist und nen Käffchen zu uns genommen hatten, konnte man dann die seltsamsten Zeltaufbautechiken bestaunen. Ich hatte von Nudels Kopp nen guten Ausblick, so dass ich Knilke sah, wie sie fluchend aus Ästen Häringe schnitzte und wie Knödelchen alleine versuchte sein Riesenzelt aufzubauen. Doch dazu fehlten ihm so ca. 17 Hände zusätzlich. Als später alles aufgebaut war, kam soon Knilch, welcher sich als Oberförster entpuppte, und uns mahnte den Platz wieder sauber zu hinterlassen. Na klar, du Eumel. Und noch was: Der Wassertret eV Bödefeld war etwas jünger. Als die Tretgäste wieder wech waren sind alle fein pennen gegangen. (Endlich) Relativ kühl war es an dem Abend, so 15 Grad schätzungsweise und Nudel versuchte mal wieder Pilzkes zu suchen – aber ohne Erfolg...

Den Berg hinauf, den Berg hinunter...

Wanderfreunde Sauerland

im Land der tausend Berge

Tarnzelt mit provisorischen Häringen

Das "bunte" Zelt - aufgebaut in Bödefeld

Nudel & Socke (Eismann & Bergmann)

So, liebe Leser/innen. Schön, dass ihr noch nicht eingeschlafen seid. Jetzt gehts weiter mit dem vierten Tag. An diesem Morgen wachte Nudel als erster auf und zog von Knödels Zelt nach draußen auf die Wiese. Dort legte er sich in die Morgensonne. Doch dort war das Glück auch nur von kurzer Dauer, denn ein Mann und ein Kind hatten das Gefühl, sie müssten jetzt den Rasen mähen. Und das um 9 Uhr. Der Rasenmäher war nicht gerade leise, so dass auch die anderen Drei entnervt ihre Zelte verließen. Hinzu kam auch noch, dass es die ganze Nacht am Gewittern war und wir froh sein konnten, dass die Zelte nicht wechgeflogen sind. Außerdem waren die ganze Zeit gefräßige Fliegen anwesend, welche versuchten unsere Köpfe aufzufressen. Während uns ca. 100.000,4 Spaziergänger anstarrten, packten wir gegen 11 Uhr unsere sieben Sachen zusammen und Frühstückten, nachdem Knilke und Socke von ihrem Einkauf in Bödefeld zurück kamen. Dann machten wir und auf den Weg in Richtung Altastenberg. Wir kamen an der "Nassen Wiese" (Skigebiet) vorbei und machten im Hunauer Naturschutzgebiet auf 818 m Höhe mitten im Wald eine Pause. Es war so 30° warm und ratet mal, wer unterwegs immer nörgelte? Richtig, genau die. Tja, bergauf und so ist nicht jedermanns (jederfraus) Sache. Um 18 Uhr sind wir dann abermals an einer schönen Hütte angekommen, wo wir auch die nächste Nacht verbringen wollten. Die augenblickliche Höhe war so bei 700 Meter angesiedelt und wir kamen erstmals in den Genuss auf dieser Tour mit dem Echo, welches lauter antwortete als wir riefen, zu spielen. Auf der weiteren Wanderung gab es noch einen wunderbaren Gebirgsbach zu bestaunen, in dem ein Sockenpaar davonschwamm. Alle hatten gute Laune und Nudels Arschaua verabschiedete sich langsam wieder. An diesem Abend gabs Nudeln und Reiz zu spachteln und wir erfreuten uns an der göttlichen Aussicht. Danach zogen sich alle in die Hütte zurück, weil es anfing zu regnen. Zwischen dem Regen und dem darauffolgenden Gewitter zogen Nudel und Socke los um Pilze zu sammeln – mal wieder vergebens. Nachdem jeder seinen individuellen Pennplatz in der Schutzhütte gewählt hatte, legten sich alle gegen 23 Uhr ab. Und nachdem auch die Komplikationen von Knilke überwunden waren, (Ich kann hier nicht schlafen – hier riecht es nach Pipi) sangen Nudel und Knödel noch lustige Lieder bis spät in die Nacht. Bäsken in se Höös – Höösken in se Bass – Häskenee hee – Dödel in se Höö... usw. Viele Lieder und Witze von dieser Tour werden wohl für immer der Nachwelt vorenthalten werden. Und ihr wisst ja: Dackel machen auch immer nen Lauten, obwohl sie keine Chance haben...
Grüntag...

Raucherpause

Holz-Winkelturm im Rothaargebirge

Feddich inne Schutzhütte

An diesem langen Donnerstag, und er sollte wirklich lang werden, sind wir gegen 9 Uhr aufgestanden. Es war relativ kühl und ein herber Fußgeruch machte sich breit. Nudel zog es natürlich vor, auf einer 20 cm breiten Bank zu pennen, so dass sein Popo mal wieder weh tat. (selber schuld) Knilke konnte hier nach eigenen Worten auch nicht pennen, obwohl sie als Erste eingeschlafen war und als Letzte aufgestanden war. Nach dem üblichen Kaffee und dem darauf folgendem "Geschäftchen" zogen alle zum ersten mal auf dieser Tour ne lange Hose an und trabten lustig weiter in Richtung Altastenberg. Unterwegs splittete sich die Gruppe in Knilke und Socke, die hinterher hingen und Knödel und Nudel (welche mangels Frühstück nen kräftigen Hunger hatten) vorneweg. In Altastenberg sind wir aber nie angekommen, dafür befanden wir uns aber bald in Winterberg, der beliebten Wintersportstadt im Rothaargebirge. So gegen 14 Uhr konnte man dort 4 Personen beobachten, welche auf einem Lidl-Parkplatz saßen, Hot-Dogs herstellten und verzehrten. Danach gabs nen Bierchen auf Kosten von einem Russlandösterreichdeutschen. Dieser wollte uns zum Wodkasaufen bei sich einladen, aber wir haben abgelehnt. Obwohl es wieder schön warm war und wir zur Ruhrquelle gehen wollten, kam bei K. Erneut schlechte Laune auf. Diese verbreitete sich schnell, so dass gegen 15 Uhr alle miese Stimmung zeigten. Die ersten spielten sogar mit dem Gedanken wieder nach Hause zu fahren. Gott sei Dank hatten sich dann alle wieder aufgerafft und schlurften zum Iniminiwinzig-Bodensee bei Sommertal. Der Weg, der zum See führte, hieß (oder heißt immernoch) "Heiligenpfad" und war so ziemlich der schönste Weg, den wir entlangschreiten mussten/wollten. Am Bodensee hatten alle wieder günther Laune. Beim Bodensee verhält es sich genauso wie beim Hennesee – nur eben viel kleiner und vor allem ungestörter. Hier wurde mal wieder Kaffee gekocht und verwertet. Nudel, Knödel und Socke sind dann durch soon Tunnel gekrochen und haben Rotaugen und Barsche mit der Hand gefangen. Später am Abend sind wir dann erneut zu einer Schutzhütte gegangen. Die Hütte hatten wir vorhin schon entdeckt und wir waren uns sofort im klaren, dass diese Hütte unser nächstes Nachtlager sein wird. Hier angekommen, hatten wir mal wieder fein Kaffee getrunken. Knödels Kopp schrumpfte weiter, er war mittlerweile am 5. Loch angekommen. Nachdem wir Wildschweine gehört und einen Luchs gesehen hatten, verspürte Knilke plötzlich ein komisches Gefühl und sachte: "Ich kann hier nicht schlafen! Ich bin sicher, dass heute Nacht etwas schreckliches passiert." Aller vernahmen ihre Aussage mit einem "Hmm, Naja", Achwat, sicherlich.." usw. Und Knödel meinte scherzhafterweise: "Ahh, du bekommst bestimmte deine Regel." Danach war die Sache erstmal vom Tisch und alle kümmerten sich lieber um ihre Mahlzeiten. Später dann erkundeten alle dann die Umgebung. Nudel findet zwar keine Pilze, aber dafür fand Socke alte Grabsteine beim Käckeln. Um ca. 00.30 Uhr schliefen wir unter einem Glühwürmchenhagel und dem Geschrei eines Frischlings, welches den Anschluss an die Rotte verloren hatte, erschöpft ein...
Puh...

Eigentlich so ähnlich wie bei uns...

Pause und die Natur genießen

Diese Schutzhütte ist jetzt Besetzt!

Als wir am diesem 6. Tage aufstanden, stand die Uhr auf 10 Stunden und 30 Minuten und die Sonne wünschte uns einen guten Morgen. Ein zöner Tag begann. Apropos Tag: Knilke hatte über Nacht wirklich ihre Tage bekommen. Nudel entdeckte unter seiner Nase einen Atompickel mit drei Reaktoren. Nach einem Käffchen sind wir wieder nach Winterberg gelaufen und haben dort unser Gepäck zu zwei Stücken zusammengepackt und dem netten Herren in der Gepäckaufbewahrung im Bahnhof grinsend hingelegt. Der arme Kerl hatte sich ganz schön abgeschleppt. Nach einem Essen, bestehend aus Nudeln, (Kack-) Reiz, Cola und DAB, sind wir langsam zum Freibad (nicht Frei-DAB) getrudelt. Das Freibad war schön bill und lag 600 Meter hoch, so dass wir vom 623-Meter-Brett springen konnten. Was wir natürlich auch augiebig getan hatten. Da pünktlich jede Stunde ein Gewitter aufkam, nutzten alle immer wieder die Gelegenheit um zu duschen. Wieder mal wurden Einwegsocken und Plinten in den Abfallkorb befördert. Den ganzen Nachmittag verbrachten wir mit Schwimmen und Duschen. Nudel drückte sich noch den Atompock aus, indem sich ein Appel befand. Wie schön, dass wir jetzt auch noch einen Muskelkater hatten, als wir uns abermals bei Lidl befanden und für die letzte Nacht eingekauft hatten. Nach dem Einkaufen sind wir wieder zur Hütte von der letzten Nacht gelaufen und haben es uns günther-gemütlich gemacht. Es regnete leicht, doch das sollte uns nicht abhalten Knödel zum Kaffeekochmeister zu küren. Nudel hatte am Abend wie üblicherweise seine obligatorischen Nudeln verspeist. Und was die anderen gegessen hatten, weiß ich leider nicht mehr. Es gewitterte gerade mal wieder, was an unsere Blähungen auch nicht rankommen konnte. Später war Knilke schon am pennen und die drei Herren unterhielten sich bei ein paar Dabz über alles Mögliche. Das endete darin, dass Nudel versuchte Katja, und Knödel Steffi herbeizuzaubern. Fast hätte ichs vergessen. Nudel suchte wieder verzweifelt Pilze, was dann mit dem Spruch endete: Morgen kauf ich Pilze ausse Dose, basta...) Um 2 Uhr ging der Letzte schlafen und verabschiedete sich mit den Worten: Rülps, guuute Nachtchen mitternand....

Blick in Richtung Wanderroute

Ende und Aus! Ihr seid dran...

Nachdem alle mehrmals nachts aufgestanden waren (Pipi) und Knödel sehr laut (wirklich sehr sehr laut) gefurtzt hatte, haben wir morgens unsere Sachen zusammen gepackt. Nach dem letzten Kaffee im Sauerland ging es dann gegen 10 Uhr zum Bahnhof. Hopp, hopp... Noch was zum Thema Kaffee: Wir haben bis jetzt so ca. 300 Tassen von dem Zeug getrunken. Und Knilke trinkt ja kein Kaffee. Gute Leisung, ne? Achja, Schüsse hatten wir die letzte Nacht auch gehört. Was dann folgte, konnte man wie folgt beschreiben: Zug fahren, in Bestwig warten, Zug fahren, in Schwerte warten, Zug fahren, in Dortmund warten, und zu guter Letzt Zug fahren. Um 17.30 Uhr sind wir dann in Münster angekommen. Alle sind sehr schlapp und hungrig. Für Knödel und Nudel war die Tour hier vorbei, und Knilke und Socke fuhren noch weiter in ihren Wohnort Rheine. Und Tschüß...

Es hat viel Spass gemacht (bis auf einige Nörgelaktionen) und wir freuen uns schon auf alle Touren, die noch folgen werden. Tschau und alles Gute wünscht euch eure erzählende Kappe...


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