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on tour - "Kunst unterirdisch" im "Tullbunker"

Nachdem der erste Teil des sonnigen Tages ganz unter dem Banner "Altbergbau in Dortmund" stand, machten wir uns gegen frühen Nachmittag auf den Weg nach Dortmund-Hörde. Nach unserem Hauptgang, welcher aus vielen Schlägel und Eisen bestand, wollten wir uns als Nachspeise noch ein wenig LSR gönnen um unseres Sonntagsmahl zu komplettieren. Schlufine hatte im Vorfeld die Ausstellung im Dortmunder Luftschutzbunker im Internet entdeckt und einfach mit auf die Menuekarte gesetzt. Wir parkten auf dem einzigen freien Parkplatz im Dortmunder Süden und fanden nach nur zwei Minuten auch das Zielgrundstück in Hörde. Der "Beton im Garten" in Form von zwei Bombensicheren Treppernhäusern und einem Lüfterturm mit Notausgang, verriet uns sofort, dass wie hier genau richtig waren. Kunst im Bunker war also angesagt. Nach einem kurzen Plausch mit dem Besitzer und einer Fotografin, dessen Bilder in dem Tiefbunker ausgestellt werden, verschwanden wir auch schon in der Luftschutzanlage um selbige zu erkunden und zu Fotografieren. Natürlich wurde auch die Fotoaustellung begutachtet. Ich selber sehe mich eigentlich nicht als Fotgraf. Höchstens als Zweit- oder besser Zwangsfotograf, da ich meistens einfach nur gezwungen bin, Fotos zu machen um die jeweilige Anlage zu dokumentieren. Das künstlerische Können (oder Wollen?) fehlt mir einfach, aber dafür sind sowieso Björn Bergmann oder (Spiegelreflex-) Schlufine zuständig. Naja, ich schweife mal wieder ab. Was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass die ausgestellen Fotos in dem Tiefbunker einfach klasse waren/sind. Toll in Szene gesetzte Momentaufnahmen von Menschen, welche sekundär immer etwas mit Bunkerromantik zu tun hatten. Die Fotos wurden übrigens alle in einem anderen Tiefbunker in Dortmund gemacht. Okay, ich will nicht zu viel verraten, denn ihr sollt die Ausstellung , welche noch bis September 2014 geöffnet hat) natürlich selber besuchen und das Projekt "Kunst unterirdisch" somit unterstützen.


angekommen...

Luftschacht und Notausgang

Ausstellung im Tiefbunker

Der Tiefbunker befindet sich in Dortmund-Hörde, direkt in dem Villenviertel neben dem nicht mehr existenten Hoesch-Werks. Direkt in dem Hinterhof der mächtigen Villa von Hoesch-Direktor Matthias Tull wurde der Tiefbunker ab Anfang 1941 gebaut. Der Bunker befindet sich in 6 Metern Tiefe, wobei die Überdeckung aus 3 Metern Beton und nochmals drei Metern Erdreich besteht. Der Werkluftschutzbunker hatte 138 Schutzplätze und war nur für die Direktoren der Hösch-Werke und deren Familien bestimmt. Die restliche Bevölkerung von Dortmund-Hörde musste entweder in den Hochbunker an der Faßstraße, welcher übrigens heute immernoch existiert, oder in den zahlreichen Luftschutzkellern unter den Häusern wärend der Bombenangriffe auf Dortmund Schutz suchen. Die Beschiftung der Sitzplätze ist in dem Tullbunker noch vorhanden. Der Tiefbunker verfügt über zwei bombensichere Zugänge, sowie einem Notausgang, welcher auch als Lüftungsturm diente. Die Bunkeranlage war mit einer "provisorischen" Gasschleuse mit Druckschutztüren versehen und es gab eine eigene Stromversorgung, welche vornehmlich für die Beleuchtung der Bunkergänge gedacht war. Für einen längeren Aufenthalt war der Tiefunker nicht konzipiert, da zum Beispiel komplett auf sanitäre Einrichtungen verzichtet wurde. Aber der Bunker hatte sich als unterirdischer Luftschutzort bewährt. Wegen der Schwerindustrie war der Dortmunder Süden ein Hauptziel der Alliierten Bomber, welche zum Beispiel am 12. März 1945 einen waren Bombenteppich auf Dortmund-Hörde und andere Stadtteile herabregnen ließen. In unmittelbarer Nähe schlugen einige Bomben ein, aber Gott sei Dank hielt der Tiefbunker stand und sogar die umliegenden Häuser, die im Jugenstil erbaut wurden, stehen heute immernoch...

Steigeisen im Notausgang

Tullbunker

Eingangsbereich der Bunkeranlage

Eingangsbauwerk mit Splitterschutzmauer

http://www.kunst-unterirdisch.de

Danke an Richard Schmalöer und Fotografin für die Einblicke und Eindrücke!

© Eismann, Juli 2014