Tagebuch 1...

Einleitung:

Glückauf Zusammen! Im Hochsommer dieses Jahres hatten wir den ersten Kontakt mit unseren „neuen“ Kollegen Bunkersachse, Bunkerpaule und Bunkerlatscher, welche zum ersten mal den weiten Weg vom Vogtland ins Bergische Land auf sich nahmen. Schnell merkten wir, dass wir auf gleicher Ebene tickten (Bis auf den Dialekt, Hahahaha...) und wir erlebten so manche schöne Stunden untertage und übertage. Der Höhepunkt unseres Treffens war dann die gemeinsame Fahrt zum diesjährigen Beetpott. (Link) Es kam, wie es kommen musste, wir blieben im stetigen Kontakt und planen jetzt schon neue gemeinsame Aktivitäten im neuen Jahr. Jetzt aber zum Thema: Unsern Bunkersachse ist ja bekanntlich einer der aktivsten Montanhistoriker, Befahrer und Bunkersportler, den ich so kenne. Er leistet wirklich hervorragende Arbeit in Form von Text und Bild über die Hinterlassenschaften des Dritten Reiches in seiner Region. (überwiegend Thüringen und Sachsen) Nur hat der Kollege keine Internetseite um auch Andere an seinen Publikationen teilhaben zu lassen. Deshalb gibt es hier nun ein Auszug aus seinem Schaffen zu begutachten. Wer das komplette Tagebuch haben möchte, der wendet sich bitte an mailto:axelfauska1@web.de Es gibt im ersten Teil Berichte und Erlebnisse von den Untertage-Verlagerungen Granulit, Krake, Rotbutt, Zechstein und Andere. Ebenso die Themen Bergbau und Luftschutz werden be- und ausgeleuchtet. Setzt euch mit Bunkersachse in Verbindung und besorgt euch die Dokumentation  – Es lohnt sich.

Hier geht’s jetzt weiter mit den U-Verlagerungen Krake, Rotbutt und mehr...

Eismann, Dezember 2010

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Unter- & Oberirdische Anlagen & Objekte des Dritten Reiches

Eine Dokumentation von persönlich aufgesuchten, meist unterirdischen Anlagen. TEIL I.

Axel Fauska, 2010

Für meine Söhne Jens & Peter sowie meiner Simone, die sehr viel Geduld & Zeit für dieses Hobby aufbringen muss.

Zum Inhalt:

Seite 3 In Ewigem Gedenken an ALLE BERGLEUTE & KUMPEL. 2010
Seite 8 Deckname „KRAKE“ 2008
Seite 9 Deckname „ROTBUTT“ 2010
Seite 12 Deckname „ZECHSTEIN“, Unterirdische Anlage für JUNKERS. 2010
Seite 15 Das unterirdische Treibstoffdepot in einem geheimen Gebirge. 2009 u. Fortsetzung

Seite 18 Deckname „GRANULIT“
Seite 21 Erkundungstour der Bunkeranlagen Zossen – Wünsdorf im Nov. 2009 u. Fortsetzung
Seite 23 Vermittlung „ULLRICH“ – Ausweichquartier für „Zeppelin AMT 500“ – Zossen. 2009
Seite 29 Das AEG - Kartuschierwerk in Plauen 1918. Die Explosion - Das Ende. 2010
Seite 30 Bild- und Quellennachweis.

Ich möchte mich bei allen Teilnehmern der unterschiedlichsten Erkundungen sowie auch bei der Recherchehilfe bedanken.

Die Jahreszahlen stehen für den Zeitpunkt des jeweiligen Berichtes, nicht unbedingt für den tatsächlichen Termin der Erkundung.
Die Aufzeichnungen sind allesamt auf persönliche Eindrücke vor Ort und Recherchen aufgebaut.
ES SIND KEINE WISSENSCHAFTLICHEN ABHANDLUNGEN!!!

Auszüge aus der Doku Teil 1 für meinen Freund Olly und www.untertage-übertage.de

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Erkundung des Objektes / Anlage „KRAKE“
(Oktober 2008)

Begibt man sich zum Objekt „KRAKE“ über den sogenannten Schloßberg, fallen einem jede Menge alte Bergbauschürfen im Wald auf. Oft sind vor oder bei den Verwerfungen geebnete Flächen erkennbar. In diesem Gebiet wurde schon seit Jahrhunderten Bergbau betrieben, oft als Familienbetrieb in kleineren privaten Stollen. Der Zustand des Weges und die Flächen vor oder bei einigen der verkippten Schürfen könnte durchaus als Transportweg und Verladeplätze für zum Beispiel „Opel Blitz“ gedient haben. Durch das ansteigende Gelände und dem Berg war sofort eine entsprechende Überdeckung gewährleistet. Einen entsprechenden Stand hatte das Schiefergebirge hier von Grund auf. Hat man den Schlossberg „erklommen“, ein gemütlich und stetig ansteigender Weg, sieht man dann schon bald im Tal eine einsame begrünte Insel mit Baumbestand von Feldern großräumig umgeben.

    

Das Objekt „KRAKE“

Nähert man sich über die Felder stapfend, kommt dann auch der Sicherungszaun deutlicher in Sicht. Günstig für eine Ein- oder Verlagerung war das relativ nahe Dorf mit der damals schon vorhandenen. Handelsstraße Nürnberg - Leipzig. Abgebaut wurden Eisen, Schiefer und Alaun. „KRAKE“, ein kleiner alter Tagebau ist umfangreich verschüttet. Reste des Lüftungsschachtes sind mit ein wenig Gespür auffindbar, allerdings auch bis oben verfüllt. Deutlich erkennt man das im Gelände verkippte Abraumgestein. Vor einem der Eingänge, es waren sicherlich mindestens zwei, befinden sich noch die Reste einer massiven Betonmauer. Vor den mutmaßlichen Mundlöchern, großzügig für die außen eher klein wirkende Anlage, geebnete Flächen, die dann als Halde auslaufen. Platz genug für Verladetechnik und anderes. Verlässt man dann das Gelände in Richtung naheliegender Ortschaft fällt eine ebenfalls ebene Fläche für Transport-, Verlade- oder Umschlagtätigkeiten auf, die dann von den Feldern „verschlungen“ wird. Die Berge in der Region erheben sich bis zu 800 m über NN und sind in erster Linie mit Nadelgehölzen, vor allem Fichten und Kiefern bewaldet.

Mit Stand 2009 / Frühjahr, konnte kein offizieller Eigentümer ermittelt werden.
Was im Objekt „KRAKE“ bewerkstelligt wurde ist bis auf weiteres unklar.

2009.

Quelle: Privat - Archiv sowie am Tag gefilmte Eindrücke und Aussagen

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Deckname „ROTBUTT“ bei Lager „LAURA“  
(April 2010 / Vorläufiger Stand)

1943 wurde im Oertelsbruch, im Thüringer Schiefergebirge begonnen, ehemalige Bruchanlagen und Grubenbaue aufzufahren. Es entstand ein Testbetrieb für die Triebwerke der Raketenwaffe V2, dem Triebwerk der deutschen Rakete A4. Die fertig montierten Triebwerke kamen aus Mittelbau „DORA“ per Bahntransport und wurden hier an einer Schremmwand, anfangs in einem, später zwei oder drei Brennständen getestet. Die Triebwerke wurden an die Teststände, welche sich über Eck am oberen Bereich der Schremmwand befanden und in den Tagebaukessel hineinragten, gebracht. Für den Testbetrieb wurden eigens entwickelte vergitterte Stahlgestelle auf entsprechende Wagen auf einer Gleistrasse zu den Brennkammern gebracht, über ein integriertes Drehkreuz hinein geschoben, und dann an die Druckschläuche der Sauerstoff- und Treibstoffleitungen angeschlossen. Die Tests in den Brennständen erfolgten freihängend. Der Feuerschweif wurde praktisch in den unterhalb des Testbereichs liegenden Grubenkessel geleitet. Auf diese weise konnten sicherlich Unglücksfälle für Zivilangestellte und Kriegsgefangene minimiert werden. Die Kriegsgefangenen mehrerer Nationen waren im nahe gelegenen Lager „Fröhliches Tal“ bei Schmiedebach, unter Bewachung von SS – Mannschaften, als KZ – Außenkommando „Laura“ und Rüstungswerk „Vorwerk – Mitte“ untergebracht.

ehemaliger Löschwasserteich im Tagebau

Das Lager „LAURA“ wurde am 13. April 1945 vom Lagerkommandant Leible der Vorhut der U.S. Army ohne Widerstand übergeben. Die Raketentriebwerkstests wurden von einem sich in der Nähe der Brennstände befindlichen Bunker beobachtet, aufgezeichnet und analysiert. Unter dem Namen „ZW 8 Lehesten“ wurde die Triebwerkstestanlage in die Tätigkeit der „Zentralwerke“ einbezogen. Ein umfangreiches Stollensystem auf einer tiefergelegenen Sohle verfügt neben dem Hauptstollen über eine Vielzahl von Quer- und Blindstollen. Durch den Ende 2008, Anfang 2009 offiziell geschlossenen Schieferabbaubetrieb ist inzwischen das in den ehemaligen Grubenkessel ungehindert einfließende Wasser bis an den unmittelbaren jetzigen Eingangsbereich (Mundloch) gelangt. Da das Stollenlabyrinth wahrscheinlich für den Wasserhaushalt des Grubenbetriebes diente, staut sich zwar das Wasser in den vorderen Bereichen des Einganges, zirkuliert dann aber weiterhin durch angelegte Systeme wie zum Beispiel durch einen angelegten Schrägstollen. An dessen unteren Ende sind (waren bis April 2010) auf einem Schlitten zwei Saugpumpen, der „Apollowerke Gößnitz, Baujahr 1999“ montiert, die den Wasserkreislauf regelten und entsprechend ausgleichen und regulieren konnten.

 Steilwand

Auch eine betonierte Stauwand aus Beton unterstreicht diese These. Auch wenn in den Putz die Jahreszahl 1999 eingeritzt ist, gibt es trotzdem Anlass zur Theorie der Nutzung für das Wasser – Kreislauf – Systems in Verbindung mit den Raketentriebwerktests. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich hier vor der Stau – Betonwand eine andere Sperrmaßnahme befunden hat. Zum Beispiel wurde auch dem Wasserfluss teilweise freier Lauf gelassen (Wasserführender Stollen), und einfach durch Holzbohlen überdeckt. Mehrere ausgehauene oder auch natürliche Becken zur Wasserbevorratung sind vorhanden. Das erste unmittelbar im Eingangsbereich. Ein durch eine Stahlgittertür gesichertes Sprengmittel – Zubehör – Zwischenlager ist noch auffindbar, und die einzelnen Räume und Boxen in trockenem Zustand erhalten. Betritt man das Sprengstofflager durch die Gittertür befindet sich gleich rechter Hand ein Lagerraum für Sprengsalpeter. Gute 5m sichern diesen vom daneben liegenden Raum für Sprengkapseln. Die Sprengkapseln selbst wurden im Vorraum gelagert, während hinter einer Holztür dann der Lagerraum für Ammonite war. Dem ganzen gegenüber befand sich das Lager für Schwarzpulver, das durch eine noch erhaltene Stahltür gesichert wurde. Von den eigentlichen Hauptstolen, sind es ca.11m gewachsener Schieferfels zum Lagerraum für Sprengsalpeter.

 Tankfundamente

Dieses Sprengstoff – Zwischenlager wurde „Genehmigt unter der in der Verfügung vom heutigen Tage, Tgb.-Nr. 1 270 angegebenen Bedingungen. Saalfeld a. S., den 30.12.1942. Thüringisches Bergamt“ und diente zu dieser Zeit noch dem reinen Bergbau.

Das Stollensystem selbst ist Altbergbau aus den ersten Tagen des Oertelsbruch’s, und war Wasserreservoir und Zugangsstollen in verschiedene Bereiche des Grubenbetriebes der damaligen Zeit. Während des Triebwerk – Testbetriebs in den Jahren 1943 – 1945 diente es neben den Wasserkreislauf, in erster Linie als Transportstollen für Baumaterial und –stoffe, technische Ausrüstung und andere Notwendigkeiten zur Sicherstellung des laufenden Betriebes. Weiterhin war der Stollen Verbindung zu Produktionsbereichen und auch Arbeits- und Wegekomplex für Kriegsgefangene. Man kann auch davon aus gehen, dass auf Grund der relativ zentralen Lage die Gänge zum Luftschutz dienen sollten. In weiten Bereichen des Stollensystems sind noch Reste des Gleisbettes der Grubenbahn erkennbar. Relikte vergangener Tage sind vielerorts zu finden. So sieht man hin und wieder Reste des Rohrsystems zur Bewetterung, Dichtungsringe, Flansche für die jeweiligen Rohranbindungen, eine Schieferscharre, auch ein hölzerner Bergmannsapport, diverse Holzkisten, akkurat aufgehängte Werkzeuge und allerlei anderes Bergmannsgerät. Das zugehörige Mundloch des Wasserstollens, welches sich im Tal außerhalb des eigentlichen Grubenbetriebes befindet, wurde auch von Häftlingen mehrmals für Fluchtversuche genutzt. Einer dieser Ausbrüche wurde von Häftlingen selbst verraten und drei sich auf der Flucht befindende Gefangene vor dem Mundloch, von SS – Posten gefasst und sofort erschossen. Den Ort nennt man seitdem „Totenhütte“.

 Axel übertage-untertage

Das eigentliche meist unterirdische Produktionswerk „ROTBUTT“ umfasste eine ganze Reihe Stollen mit verschiedenen Räumen, sowie imposanten Produktions- und Maschinenhallen auf verschiedenen Sohlen. Die meisten waren durch ein Stollensystem untereinander verbunden. Neben dem untertägigen Sauerstoffwerk gab es auch die erforderliche Kühlvorrichtung für den notwendigen Stickstoff. Der verflüssigte Stickstoff wurde vorrangig zum Löschen des Brennstrahls nach dem Test verwendet. Die Mauer- und Betonierarbeiten gingen zügig voran. Durch mächtige Stahlkonstruktionen wurden die Firste abgefangen. Auf Stahlrahmen, die an den massiven Trägern angebracht waren, wurden Torpedonetze fixiert, welche die sich in den Produktionshallen befindlichen Maschinen, Aggregate und technische Anlagen vor Steinschlag schützten. Es soll Berichte geben, wonach in den unterirdischen Werken auch Teile für die V 1 und V 2 produziert wurden. Einige Forscher tun dies jedoch als Spekulation ab. Für den gesamten Wasserkreislauf mussten umfangreiche Maßnahmen getroffen werden. Das betraf vor allem die Grubenbaue der F und G – Sohle. Um ausreichenden Zufluss für ansonsten im Schiefergebirge gering sitzendes Wasser zu erreichen, wurden alle erreichbaren Ressourcen im Umkreis der Grube Schmiedebach angezapft und dem Grubengebäude zugeführt, so z. B. in der Nähe liegende Teiche und Bäche, wie auch bereits abgesoffene Grubenräume eines alten „Rückwandfeldes“.

 Lüftungsschacht mit 1,80 m Durchmesser

 Torpedonetz in der U-Verlagerung Rotbutt

So wurde zum Beispiel aus dem Grubenbereich des „Staatsbruches“ Lehesten die dort entspringende Loquitz in der „Schönau“ mit einer gut 5 km langen Leitung verrohrt. Somit entstand ein weiträumiges Wasserkreislaufsystem. Die Hauptwasserhaltung befand sich auf der F – Sohle. Zur Abkühlung des in den Maschinenräumen der D – Sohle erwärmten Wassers wurde dieses über die B – Sohle geführt und von dort im freien Fall in den offenen Abbauen des SW - Feldes der Hauptwasserhaltung zurückgeführt. Der benötigte Kühleffekt entstand aus der gleich bleibend vorhandenen Grubentemperatur. Das System der Rückführung des Brauchwassers im freien Fall ist unter dem Namen „LINDE – VERFAHREN“ bekannt. Die natürlich in großen Mengen erforderliche Baustoffe, Ausrüstungen und technisches Gerät, wurden vom Ortsausgang Lehesten per Zahnradbahn durch den Wald direkt in den Oertelsbruch gebracht. Darüber hinaus waren auch Lkws der Wehrmacht für Transporte des Betriebes unterwegs. Der hergestellte flüssige Sauer- und Stickstoff diente auch im Bedarfsfall der Industrie im Reich. Hierfür wurde am genannten Ortsausgang bei der Zahnradbahn entlang dem Gleis eine spezielle Rohrleitung vom unterirdischen Werk zu sich einer hier befindlichen Abfüllstation verlegt. An dieser Station erfolgte dann die Befüllung der bereitstehenden Tankkesselwagen, um weiter mit der Reichsbahn an die Bestimmungsorte gebracht zu werden. Reste der Originalrampe sind dort vor Ort noch erkennbar.

 Uitgang...!!!

Die Stromversorgung des gesamten untertägigen Betriebes erfolgte durch eine unterirdische Trafostation unweit der Brennstände. Im hinteren Bereich des Areals existierte auch eine in den Berg hinein verlegte Telefonzentrale. Weitere Telefonanschlüße wurden in der ehemaligen Villa der Familie Oertel installiert. Hier hatten sich die Offiziere der SS, der Baustab und Ingeniere einquartiert. Mit der Familie Oertel war am 21. Januar 1944 ein Pachtvertrag abgeschlossen worden. Die Verhandlungen für die SS führte ein gewisser Sturmbannführer Dr. Fritz Loth.

(Erkundungen seit 2007)
2010

Quellen: Internet
Privat - Archiv sowie bei den Erkundungen gefilmte Eindrücke und Aussagen

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Deckname „Zechstein“

Unterirdische Anlage zur Komponenten-Herstellung für JUNKERS-Flugzeuge

Diese noch weitestgehend unbekannte Anlage präsentiert sich in einem relativ guten Zustand und vermittelt einem den Einblick vom Arbeitsverfahren und Ablauf der JUNKERS – Produktion. Sie diente als unterirdisches Stollensystem zur Komponenten Fertigung z. B. für die gefürchteten Junkers JU 87 – STUKA - Flugzeuge. Dieser Typ wurde besonders gefürchtet wegen seiner anmontierten Sirenen, die beim Sturzflug einen psychologischen Effekt auf die Feinde ausübten. Durch die Bombardierung der „Weser – Flugzeugbau – Bremen WFG“, durch die Britische Luftwaffe wurde die Produktion in das Rabsteintal verlegt. Zu Beginn wurden noch die Anlagen der „Preidel – Fabriken“ bei Rabstein und Jonsbach genutzt. Diese Verlagerung und folgende Produktion erfolgte im Oktober 1942. Das Bremer Stammpersonal wurde dann 1943 direkt mit eingegliedert, und die Rüstungsproduktion lief vorerst in den verschiedenen oberirdischen Werksteilen an. Im August 1944 hatte das geologische Institut Reichenberg, die Erforschung des Bergmassivs im Bereich Rabstein, Jonsbach durchgeführt. Nach Auswertung aller Ergebnisse begann die „Weserflug GmbH“ aus Bremen mit der Neuauffahrung, und es wurde eine umfangreiche unterirdische Produktionsstätte in einem weitverzweigtem Stollensystem angelegt.

 Produktionshalle

Zwischen August 1944 und April 1945 wurden von Angestellten, Fremdarbeitern und Gefangenen hier in der Anlage „Zechstein“ ca. 17. 500 qm der unterirdischen Stollen, Produktionsräume und –hallen aus dem Sandstein gehauen. Das war allerdings nicht ganz ein viertel der geplanten 80. 000 qm. „Zechstein“ wurde in die Werke A, B, C, D und E eingeteilt, wobei das „Werk A“ – „Lager Neues Bremen“ genannt, für die Angestellten der „Weserflug GmbH Bremen“ errichtet wurde. Im gesamten Gebiet sollen im Laufe der Zeit ca. 30 Arbeitslager, 2 Lager für Gefangene und im August 1944 ein Konzentrationslager errichtet worden sein. Der Neugegründete Ableger des Konzentrationslagers Rabstein nahm Häftlinge vom KZ Flossenbürg auf, die fast ausschließlich mit Arbeiten Untertage beschäftigt waren. Die fertig montierten Flugzeuge wurden von hier aus per Lkw zu einem Bahnhof verbracht und an entsprechende Einheiten und Flugplätze geliefert.

 Stollen im Rohbau

Bericht zu den Erkundungen

Nachdem wir uns an einem kühlen Dezembermorgen aus den Schlafsäcken geschält hatten eine ordentliche Stärkung mit Semmln unn Gafee (sächsisch für Brötchen und Kaffee A.F.) zu uns genommen hatten, ging es auf zur lange geplanten Tour ins Böhmische. Nach einer waghalsigen Kletteraktion im Tal der Kamnitz (Kamenice) erreichten wir eine ziemlich versteckt liegende unterirdische Anlage. Hier wurden im zweiten Weltkrieg unter dem Decknamen „ZECHSTEIN“ Stollen neu vorgetrieben bzw. aufgefahren. Durch das Sandsteingebirge war ein relativ zügiger Vortrieb möglich. Als wir das Portal fanden, kam bei uns der Gedanke der russischen Nachnutzung auf, jedenfalls ließ die Stahltür darauf schließen. Allerdings ist das betonierte Portal auf die 1940er Jahre zurück zu führen. Das steil ansteigende Gebirge unmittelbar über dem Eingang hat sofort eine absolut sichere Überdeckung zur Folge. Ursprünglich hatte „ZECHSTEIN“ nach unseren Recherchen einst drei Eingänge. Nun, im innern dann schon ein ganz anderer Anblick. Gleich auf den ersten Blick wirkt das System groß und wuchtig. Der hier beginnende Hauptstollen ist wunderbar gewölbt ausbetoniert, und man ist sofort tief im Berg. Folgt man nun den Hauptgang zweigen immer wieder weitere Röhren von der Hauptstrecke ab. Es fallen auch sofort die Gewölbebauweise und Segmentteile Verwendung auf.

 Stollenstrecke

In dem über den gewölbten Segmenten entstandenen Hohlraum wurde mit dem anfallenden Bruchstein und Material aufgefüllt und mit Sandsteinblöcken an der Blende verkleidet. Der gesamte ausbetonierte Bereich ist trocken, einigermaßen sauber und macht insgesamt einen relativ guten Eindruck. Links in Richtung Berginneres ist eine ca. 50 cm breite Kabelabdeckung vorhanden. Diese ist teils auch noch mit Bodenplatten (Beton) abgedeckt. Da wo sie fehlen und den Blick in den Kabelschacht frei geben, erkennt man dass sich hier einiges an Kabel und Versorgungsleitungen befunden haben muss. Der gesamte Kabelschacht ist in etwa 50 cm Breit und 50 cm Tief. Der Schacht durchzieht den gesamten Hauptgang und große Teile der einzelnen Nebengänge. Zwängt man sich an einer der freien Stellen durch den Schacht, ca. 2 bis 3 m, gelangt man in einen abgeschlossenen Bereich. Da hier keinerlei Installationen oder Halterungen fehlen, kann man nur mutmaßen. Möglicherweise ein später verschlossener Munitionslageraum. An den Gewölbedecken erkennt man immer wieder Installationsaufhängungen, die Gitterkäfige für große Lampen, natürlich Kabelhalterungen, teils noch mit Kabeln, und noch eine Reihe anderer Relikte.

 Einbauten in der Stollenstrecke

Etwas fraglich ist auch ein Schacht, (ca.8 m hoch) im weiteren Verlauf des Objektes. Der, eigentlich die Schächte, schließen mit Betonplatten ab, gehalten von starken Stahlträgern (Doppel - T). Möglicherweise konnten hier größere Maschinenteile oder andere Lasten mittels Kran bewegt werden. Auch hier wieder Relikte aus verschiedenen Epochen. Die gesamte Tragkonstruktion lässt auf richtig große und schwere Lasten schließen. Besonders Nachinstallierte Elektroverkabelungen nehmen nach hinten stetig zu. Hin und wieder tauchen auch Luftdruckverrohrungen auf. Hier in diesem hinteren Bereich zeigt sich auch, das der bereits erwähnte Kabelschacht nicht mehr die Tiefe wie weiter vorn aufweist. Neben einem der ehemaligen Ein- bzw. Ausgänge befindet sich ein roh ausgeschlagener Raum, möglicherweise war hier die Wache für diesen Zugang untergebracht. Herrlich zeichnet sich in diesem „rohen Raum“ der rote Sandstein mit seinen facettenreichen Strukturen ab. Der Raum an sich ist relativ niedrig gehalten, ca. 1,85 m und der eigentliche Zugang massiv betoniert, so wie auch der Fußboden. Im weiteren Verlauf gelangt man durch einen recht schmalen Durchbruch in den noch nicht ausbetonierten Rohvortrieb. Der Boden ist völlig versandet, an den Felswänden zeigt der Rote Sandstein erneut seine strukturelle Schönheit und Vielfalt.

 Interessanter Durchschlupf

Die hier getriebenen Stollen enden allesamt blind und gehen meiner Meinung nach in Richtung Hauptstasse. Nur bei dem Durchbruch ist im innern schon massiv betoniert wurden, der eventuell spätere Zugang sowie ein herrlicher Sockel mit eingesetzten Sandsteinblöcken. Optisch eine tolle Ansicht. Ausgehauen sind die Stollen mannshoch, ca. 1,90 m. In der Breite misst der Sockel gut 1,20 m. In einem Querstollen, blind, ist an dessen Ende, ca. 20 m ebenfalls ein Sockel, massiv betoniert und protzt bis auf gut 1 m. Höhe, der Stollen ist hier sauber abgeschremmt, als einziger hier im Rohvortrieb. Unvermittelt steht in einer der Nebenröhren, Stollen, ein kleines Flugzeug Marke Eigenbau. Die Tragflächen neben dem Cockpit auf einem luftbereiften Hänger sind angelegt. Kurz mal ein paar Mann den Hänger bewegt und das Kleinflugzeug stand im Hauptgang. Natürlich musste es nun erst mal für die „Schar“ der Fotografen herhalten. Ein derartiges Vehikel findet man sicherlich nicht gleich wieder in einer Untertage Verlagerung / Produktion. Vielleicht, aber das ist reinste Spekulation, wollte das einst ein Tscheche zur Flucht Richtung BRD benutzen. Nach Beendigung der Fotosession wurde das Flugzeug wieder in seinen „unterirdischen Hangar“ gerollt, und wir gingen weiter auf Erkundung.

 Streckenkreuz U-Verlagerung Zechstein

In einer der Wände ist die Jahreszahl 1945 schön säuberlich eingemeißelt. War es ein Arbeiter, einer der Gefangenen oder ein Posten, der hier ständig patrouillierte und das Werk verrichtete? Grob geschätzt dürfte diese Anlage wohl über 10. 000 qm. Erreichen, eher etwas mehr. Die Straße welche sich hier um das Gebirge schlängelt liegt so ziemlich auf dem Niveau der Eingänge. Daher war eine Verladung auf Lkw und Weitertransport zum entsprechenden Bahnhof und dann per Bahn ohne viele vorausgehende Tätigkeiten ohne weiteres möglich. Über Luftschutzmaßnahmen war bisher nichts zu erfahren, klar ist aber das es hier zu keinerlei Luftangriffen kam. Interessant und erwähnenswert jedoch, das hier ganz in der Nähe eine Junkers JU 52 ins Gebirge abgestürzt ist und die Trümmer und Wrackteile noch immer dort im unzugänglichen Felsmassiv liegen. Fragen zum Absturzort erübrigen sich selbstredend. Nach dem Prager Frühling 1968, hat diese Anlage die damalige tschechische Regierung (CSSR) an die Russische Armee abgetreten. Bis dahin wurde sie seit Kriegsende vom tschechoslowakischen Militär genutzt. Nach dem blutig nieder geschlagenen Aufstand der Zivilbevölkerung sind die Einheiten der Russen hier bis zur Wende geblieben.

 Untertage-Verlagerung Zechstein

Mai 2010

Quellen: Internet
Privat – Archiv sowie bei den Erkundungen gefilmte Eindrücke und Aussagen 

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Das unterirdische Treibstoffdepot in einem geheimen Gebirge im Reichsgau Sudetenland

Erkundungen 2009 / erste Erkundung

Entlang auf einem Pfad mit traumhaft schönen Felsstrukturen, steil aufragenden Gesteinsformationen und einem je nach Witterung mehr oder weniger reißenden Fluss führt uns der Weg zu einem der letzten Geheimnisse des Dritten Reiches. Hier im Gebirge soll sich irgendwo ein unterirdisches Treibstoffdepot aus dieser Zeit befinden. Auch die Russen haben es noch nachgenutzt, aber auch die ließen nichts nach außen durchsickern. Einige Jugendliche der Umgebung haben noch nach der Wende auch hier einiges an Schrott herausgeschweißt und verkauft. Mit diesen wenigen Hinweisen machten wir uns nun auf den Weg. Dauerregen macht die ganze Aktion nicht eben leicht, andererseits kann man sich da aber relativ sicher sein, hier kaum jemand zu begegnen.

 Zugangsstollen zum Treibstoffdepot

Es dauert ein Weilchen, da fällt uns eine Brücke durch ihre überdimensional wirkende Betonstärke auf. Auch die Reste eingelassener Stahlröhren wiesen auf eine Absperrung vor der Brücke hin. Genauer nachgeschaut, und siehe da, ein betonierter Luftschacht kam immer mehr ins Blickfeld. Hier waren wir auf jeden Fall richtig. Nach einer kurzen Prüfung mit Blick ins innere ging es rücklings hinein und unvermittelt standen wir im Lüftungsstollen. Über dem Zugang erreicht das Gebirge eine Überdeckung von guten 50 m ansteigend. Im Stollen konnte man erkennen, dass hier gleichzeitig auch Ventilatoren zur Zirkulation installiert waren. Kabelhalterungen, Rohrauflagen, und ein teilweise mit kleinen Betonplatten ausgelegter Weg waren in diesem Bereich das herausstechende. Die Kabelhalterungen und Rohrauflagen befinden sich links im Stollen zum Inneren der Anlage gesehen, während sich rechts unten neben den verlegten Bodenplatten ein Kabelschacht entlang zieht. Nun sah man auch schon die ersten abisolierten Kabel. Die Bodenplatten sind nicht mehr komplett und teilweise zertrümmert.

 Treibstofftank untertage

Der Lüftungsstollen ist komplett im Rohzustand und erst im hinteren Bereich, ehe es zur eigentlichen Anlage geht, sieht man aufgezogenen Betonspritzwurf und ordentlich ausbetonierte Bereiche. Nun tauchen Kabelhalterungen für bis zu 8 Kabel auf. Die Halterungen auf der Eisenkonsole sind aus Keramik, und die ersten Reste der Verschalung werden sichtbar. Der Luftstollen führte uns zum Hauptgang und wurde entsprechend geräumiger. Etwas weiter taten sich dann gigantische Kesselfundamente auf. Mehr oder weniger zerstört, aber irgendwie jeder „zerreisend schön“. Die vorderen Kessel hatten Durchmesser von 3,50 m und eine Länge von 60 m. Größere, im hinteren Bereich sollten es auf 4,50 m Durchmesser und 90 m Länge bringen. Die Kessel an sich wurden in Segmentbauweise angebracht, verschweißt, mit Teer und Dachpappe umhüllt und angeschlossen. Durch die unterschiedlichen Zustände der Fundamente und Reste kann man dies gut nachvollziehen. Weiter zu erkennen sind Pumpen- und Maschinenräume sowie eine Zapfstation nach oben. Ab jetzt auch überall massiver Stahlbeton und entsprechende Träger, ausbetonierte Streckenkreuze und Räume.

 Ausbetonierter Stollen

Bei einigen Kessel Fundamenten waren die Schwimmer noch vorhanden. Im Innenbereich sah man auch noch Steigeisen, um auf die Kessel zu gelangen und Messungen oder Druckprüfungen vorzunehmen, vielleicht auch Proben. Am Außenrand gab es keine Steigeisen. Die Kessel waren neben einander und gegenüber angeordnet. Es wurde schnell klar, hier muss man noch mal her. In einem Teilbereich hier zählte ich nun 19 Kabelstränge übereinander, gehalten auf Eisenkonsolen und den bereits erwähnten Keramikhalterungen. Die eigentlichen Kessel Unterfundamente waren mit Gewebe umgeben, und hatten darüber noch einen Bitumenanstrich. Durch einen Mauerdurchbruch gelangt man zu einer nach oben führenden Tankstation mit ihren Druckrohren. Auf dem Berg existieren immer noch die Reste der Tank- und Zapfstelle. In den unterschiedlichen Stollenbereichen herrschten auch jeweils verschiedene Bewetterungszustände. Von relativ ordentlicher Luft bis zu dieselhaltigem Gemisch gab es irgendwie alles. Im Allgemeinen kann die Anlage als trocken bezeichnet werden. Die vielen verschiedenen Stahlkonstruktionen, Träger, Halterungen, Verrohrungen, Kabelanlagen, Verschalungen und Betonbauweisen geben dem ganzen das gewohnt mystische geheimnisvolle Flair.

 Geheimer unterirdische Tankanlage

Zweite Erkundung

Zur zweiten Erkundung hatten sich wieder eine handvoll Bunkerspezies eingefunden um das unterirdische Depot nochmals zu befahren. Eventuell auch um bei der ersten Erkundung unentdeckt gebliebene Räumlichkeiten, Installationen, Relikte aus Stahl und Rost oder ähnliches zu finden. Wieder ging es den fast 200 m langen, aufrecht begehbaren Belüftungsstollen an den Kabelsträngen, auf den Bodenplatten entlang, hin in die eigentliche Anlage. Dieser Stollen ist im Rohausbau, und nur der Bereich um die Lufteinlässe (Ausgang) ist massiv ausbetoniert. Das Lüftungsrohr beim Ausgang hat wohl an die 60 cm Durchmesser gehabt. Davor saß der Ventilator, entsprechende angerostete Reste dieses Einbaus erkennt man und es vermittelt gleich zu Beginn der Tour einen ersten schönen Eindruck. Nun, die Apparate klickten schon wieder am laufenden Band. Im Bereich wo der Lüftungsstollen in das Depot einbindet, beginnen auch gleich die mit Stahlbeton ausgebauten Stollen, Streckenkreuze und nicht zuletzt die Fundamente für die Kessel. Einer der ausgebauten Stollen führt zu einer Befüllungsstation, bei der sich auch ein Ausgang (Ein-) befand. Inklusive des Belüftungsstollens gab es fünf Zugänge, wovon mit dem von uns genutzten noch zwei existent sind.

 unter Tage...

Ein gerader, parallel verlaufender Stollen durchzieht das Objekt bis zu seinem Ende. Von ihm aus gehen dann alle Kesselfundamente ab. Zwischen den 90 m Tanks war auch eine CO2 Löschanlage integriert, gut an den entsprechenden Installationen zu erkennen. Wie zum Beispiel die Halterungen für die CO2 Flaschen. Das Löschsystem funktionierte automatisch, in dem die Ventile, die noch vorhanden sind, über Bautenzüge geöffnet wurden. Dahinter gleich die von hier aus gesehen erste Pumpenkammer. Von dieser Pumpenkammer gelangt man zu einem, von zwei noch vollständig erhaltenen Kessel. In diesen Tank gelangt man auch mit etwas Geschick und kann die Segmente und Inneninstallationen begutachten. Bei einem der Zwischengänge von Tank zu Tank befindet sich dann auch die Befüllstation nach oben, also auf den Berg. Die Reste der Anlage auf dem Berg müssen übrigens auch noch dokumentiert werden. Bei der zweiten Pumpenstation, entlang dem Parallelstollen wo sich schon die erste befand, sind noch die Reste eines noch nicht ganz ausgeschweißten Kessels zu sehen.

 Stollenausbau

Betritt man den wuchtig wirkenden ausbetonierten Bereich ist auch gleich das Fundament des ersten 90 m Kessels zu sehen. Der Röhrenausbau für die Kessel ist ebenfalls im Rohausbau, und die Betonfundamente wie bereits erwähnt in Gewebe und Bitumen eingefasst. Die Kessel wurden dann Segmentweise, ca. 1.20 m mit Strebe, Stück für Stück eingepasst und verschweißt. Von außen wurden diese dann wiederum mit flüssigem Bitumen bestrichen. Hier liegen sich zwei 90 m Tanks jeweils gegenüber. Auf dem Tank war ungefähr 50cm Platz bis zur Felsdecke. Immer wieder wechseln in den Nebenbereichen Rohausbau und geschalte Betoneinbringung. Eigentlich möchte man bei jedem Meter stehen bleiben und rundherum alles fotografisch festhalten. Die meisten werden ja wissen, was ich meine. Faszination aus diffusem Licht, Beton, und Stahl. Wie eben auf einer Pechschwarzen Allee, gesäumt von betonierten Kolossen und gewundenen, gewölbten Beton, um den Kräften des Gebirges zu trotzen.

 Kabelbühne im Versorgungsstollen

Als ich einen Raum, er sollte sich als Halle herausstellen, betrat, der einzigste der mit einer Stahltür versehen war, kam ich keine 10 m weit und musste umdrehen. Ein Gemisch aus Diesel (?) und anderen mir nicht bekannten Substanzen zwangen mich aus diesem Bereich zurück. Ein Kessel hatte hier sicherlich nicht gestanden, aber vielleicht ein Lager oder ähnliches, möglicherweise auch Laborräume. Jedenfalls ist hier bestimmt unter anderem vor zig Jahren Diesel gelagert worden und versickert. Erkennen konnte ich mit Dachpappe isolierte Kabelhalterungen von bis zu 8 übereinander angebrachten Kabeln. Eine grobe Berechnung von uns ergab bei jeweils 6 Kessel von 3,50 m Höhe und 60 m Länge, sowie die gleiche Anzahl an Kessel mit 4,50 m Höhe und 90 m Länge, eine etwaige Lagermenge von ca. 11. 400. 000 Liter. Die Anlage selbst ist ca. 600 m lang und ca. 300 m breit, einetagig, und sämtliche Kessel sind vom Parallelgang erreichbar. Von den ehemals 12 Kessel bzw. Tanks sind noch einer teilweise herausgeschweißt und zwei komplett vorhanden, wovon einer noch von den Russen genutzt wurde.

  Lichtspiele

2010

Quelle: Privat – Archiv sowie bei den Erkundungen gefilmte Eindrücke und Aussagen 

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Das ehemalige AEG - Kartuschierwerk im Westend von Plauen

Es ist der 19. Juli 1918. Nach 16:20 Uhr gibt es einen gewaltigen Donnerschlag. Im damals noch freistehenden Gebäude an der ehemaligen Parsevalstraße, dem Kartuschierwerk, einer Munitionsfabrik der AEG, war ein verheerendes Feuer mit einer folgenschweren Explosion ausgebrochen.
Die Ursache für die Explosion konnte bis heute nicht ermittelt werden.
Im unteren Saal der Kartuschieranstalt muss aber wohl das Feuer ausgebrochen sein. Von hier aus, wo der Sprengstoff in die Kartuschensäckchen gefüllt wurde, breitete sich das Feuer rasch in die oberen Bereiche aus. Aus einem Protokoll, das der damalige Vogtländische - Anzeiger veröffentlichte, geht hervor, das 163 Personen sofort bei lebendigem Leibe verbrannten. 177 Frauen konnten vorerst gerettet werden, jedoch erliegen davon 129 ihren teilweise schwersten Verbrennungen.

 AEG-Katuschierwerk Plauen

Aus dem oberen, hinteren Stockwerk können sich 12 Frauen durch einen gewagten Sprung in die Tiefe der mörderischen Feuersbrunst entziehen. Die Frauen springen aus den Fenstern und werden von zur Rettung aus der nahen Infanterie – Kaserne herbeieilenden Soldaten mit Zeltplanen aufgefangen. Der vier-, teilweise fünfetagige Eisenbeton – Bau war gerade einmal 10 Jahre alt, die Schäden am Gebäude für das Ausmaß der Katastrophe jedoch eher minimal.
Von der 500 köpfigen Belegschaft gab es ca. 300 Opfer zu beklagen. Die Angaben hierüber schwanken von 292 bis 301. Die damaligen Anzeigen der Plauener Tagespresse waren tage- ja wochenlang mit den Namen der ums Leben gekommenen Frauen und Männer gefüllt. Ein Gedenkstein auf dem Plauener Hauptfriedhof erinnert an diesen schrecklichen Tag mit den Namen seiner Opfer. Zu DDR – Zeiten war hier das WERK I der Plauener Damenkonfektion untergebracht.

 Katuschierwerk Plauen

Quelle: Freie Presse Juli 2008

Der denkmalwürdige Industriebau verfällt seit der Wende zusehends. Zeitweilig hatte im Gebäude „BILLER“ Möbel aufgestellt und verkauft. Nun wird es von einer Sicherheitsfirma akribisch bewacht, mutet fast ein wenig übertrieben an.

2009

Quellen: Freie Presse
Vogtland - Anzeiger
Privat - Archiv 

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Bildnachweis:

Umschlag: Kesselfundament im unterirdischen Treibstoffdepot. M.f.G. Frank – Tabarz. 2009
Die Zwickauer Moritzkirche vor den Trauerfeierlichkeiten. Axel 2010
„ROTBUTT“ Produktionshalle für flüssigen Sauerstoff. M.f.G. Mario- Rodewisch. 2005
„ROTBUTT“ Kühlwassersystem. M.f.G. Bartram – Gotha. 2009
“ZECHSTEIN?. (2) Jens - Pausa. 2009
Treibstoffdepot. (2) Axel. 2009
Winkelturm in Zossen Axel. 2009
Maybach I in Zossen, Haus A 2, Stab für fremde Heere West. M.f.G. Rene – Forst. 2009
Im Ringstollen. M.f.G. Lorren (12 Jahre) Pausa. 2010
„Bunker Zeppelin / AMT 500“ in Zossen. Jens - Pausa. 2009
Vermittlung „ULLRICH“, Altes Lager. (2) Jens – Pausa. 2009
Ende. Der Autor in seinem Element. M.f.G. Gottfried – Reichenbach. 2008

Quellen:

MDR – Infoblatt
Freie Presse
Vogtland - Anzeiger
„Die Katastrophe vom 22. Februar 1960? Dr Ing. Th. Klemm
Historikus Vogtland
Broschüre 2009 „Die Bunkeranlagen Zossen – Wünsdorf
„Militärgeschichtliche Blätter, Zossen – Wünsdorf 1945“ (1997)
Privat- Archiv sowie am Tag gefilmte Eindrücke und Aussagen
Internet

Teil II ist bereits in Arbeit.
Ich hoffe, allen die diese Berichte und Beiträge gelesen haben, konnte ich einen Einblick in mein nicht ganz so alltägliches Hobby geben.

Axel Fauska im Herbst 2010

 Dat ist doch der Bunkersachse vom Dochbödn, woll?

Die vollständige Dokumentation mit umfangreichen Bildmaterial unter axelfauska1@web.de

Viele Grüße an das untertage - übertage Team

Im zweiten Teil der Dokumentationsreihe sind folgende Schwerpunkte anvisiert. Unter anderem:

Der Grebbach – Stollen mit seinem 18 Meter Wasserfall.
Herrliches Zusammenspiel zwischen Naturgewalt und jahrhundertlanger Bergmannsarbeit.
(fertig)

Deckname „ROVALA I“ Zinn und Wolfram für die Herstellung deutscher Flugkörper.
Eine umfangreiche Erkundungstour auf dem geheimnisvollen Gelände im ehemaligen Reichsgebiet Sudetenland
(fertig)

Deckname „WALD“ Der Rüstungsbetrieb Deutsche Sprengchemie Scheuno / PL,2009
Hier werden über insgesamt 4 Tage umfangreicher Forschung auf dem riesigem Gelände berichtet.

Deckname „ULME“, Die Dynamit Aktien Gesellschaft, ehemalige Alfred Nobel Christianstadt.
Das „Duale Werk“, von der Pumpenstation mit Splitterschutz bis zu einem Kraftwerk mit Teleskop Schornstein. Gigantisches in Verbindung mit Zweckmäßigkeit.
(fertig)

Deckname „RICHARD“
Die Kathedrale unter den U - Verlagerungen. Sagenumwoben, desolat und trotzdem Wunderschön

Und mehr.....

Das Team untertage-übertage.de bedankt sich bei Bunkersachse für diesen Gastbericht. Grüße und Glückauf an Axel, Jens und Rene – wir sehen uns auf dem Dochbödn...

Erdachsenscharnierschmiernippelkommission - Trinkhalle Nordrhein Westfalen