U-Verlagerung Rotbutt


lecker Cider...

Willkommen hier!

So, jetzt sitze ich hier schon über eine Stunde vor meinem Laptop und mache mir Gedanken über den Decknamen Rotbutt der hier vorgestellten Untertage-Verlagerung. Unzählige Zettel, Ordner und Bücher liegen in meinem Zimmer herum. Als Denkbeschleuniger dient mir ein leckeres Cider, original aus Schweden, welches mir meine Kollegen aus der Nachbarstadt Solingen von ihrem Urlaub mitgebracht haben. (Danke und Glückauf an Martin und Sven) Das Problem, was ich mit dem Decknamen Rotbutt habe, ist nicht der Deckname selber, sonder eher das „wann?“. Na klar, der Eismann spinnt mal wieder, denkt jetzt bestimmt so mancher von euch. Der Deckname ist doch vollkommen korrekt: Stollenanlage aus dem Bergbau = Fischname. Ja, schon, aber die U-Verlagerung Rotbutt wurde bereits ab September 1943 gebaut, also schon ein halbes Jahr früher, als das uns bekannte Decknamen-Schema erst vergeben wurde. Ihr merkt also, worauf ich hinaus will. Wie kann eine U-Verlagerung einen passenden Decknamen haben, obwohl noch gar nicht klar war, dass, wie zum Beispiel in diesem Fall, die Bergbaustollen einen Tarnnamen aus dem Fisch- und Amphibien-Bereich (und manchmal auch Meeressäuger) bekommen (sollten)? Ein Zufall? Nein! Die Antwort darauf ist eigentlich ganz einfach, wie ich später aus dem 243sten durchgeblätterten Aktenordner erfahren habe. Doch dazu kommen wir noch später in dem nun folgenden Bericht über die U-Verlagerung Rotbutt:

die Befahrer machen sich bereit...

Willkommen in der Geisterstadt!

An irgendeinem sonnigen Tag, irgendwann letztens, vielleicht aber auch schon länger her, parkten mehrere Autos auf einem Parkplatz in der Nähe der Stadt Lehesten in Thüringen. Einheimische und Auswärtige stiegen aus, lachten, führten Fachgespräche und kramten in ihrem Gezähe herum. Das übliche Gewusel halt – Ihr kennt das ja. Die Straßenklamotten wichen nun dem befahrerspezifischen Grüntönen, Graustufen oder einem schlichten Schwarz – aber irgendwie immer mit extra viel Lehm dran. Yeah, wir sind die „Men in Dreck“! Schnell wurde uns, also den Auswärtigen, klar, dass wir uns inmitten einer Geisterstadt befanden. Überall leere und verfallende Gebäude, Wohnhäuser, Grubengebäude und Tagesanlagen. Eine richtige kleine Stadt mitten im Wald. Die Geisterstadt gehörte früher mal zum Schieferbergwerk Lehesten. Hier haben alle Kumpels gewohnt und gearbeitet. Gelebt ist wohl der bessere Ausdruck hierfür. Denn laut den Einheimischen gab es hier früher, zu Zeiten des Schieferabbaubetriebs, eine Kirche (Bethaus?), mehrere Supermärkte und Bäckereien, ein Kino und sogar eine eigene Schule für die Bergarbeiterkinder. Die meisten Häuser waren mit einem Schieferdach versehen oder komplett verschiefert. Genauso wie bei uns im Bergischen Land – ich fühlte mich also direkt heimisch. Apropos Bergisches Land: Bei uns wäre eine solch schöne Geisterstadt schon längst durch Uhren tragende Becks-Trinker zerstört worden. (Uhr + Becks = Urbex...hahaha...)
Irgendwo hatte ich mal gelesen oder gehört, dass man von hier aus untertage nach Bayern laufen kann. Das wollte ich natürlich machen, einmal eine Republikflüchtling sein, aber erstens wollte mir keiner den besagten Stollen zeigen und zweitens hatten wir auch nicht die nötige Zeit für meine (unsinnigen) Wünsche, denn die U-Verlagerung Rotbutt stand ja auf dem Programm. In einem Buch über Rotbutt hatte ich ebenso gelesen, dass es in einem Haus in der Geisterstadt einen Schrägstollen, welcher direkt in den Tagebau führt, geben soll. Den gibt es auch, aber man versicherte mir, dass der Weg durch den Stollen deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, als wenn wir „eben“ den kleinen Abhang runter klettern. Außerdem kommen wir unterwegs an allerlei Relikten und vor allem Stollenmundlöchern vorbei. Das Argument „Stollen“ wirkt bei mir IMMER. Gesagt, getan. Machen wir uns also auf den Weg... 

ein Gebäude in der Geisterstadt...

die Geisterstadt bei Lehesten...

Willkommen im Oertelsbruch!

Schon nach wenigen Metern durch den Wald bot sich uns von Oben ein herrlicher Blick über die ehemalige Schiefergrube. Eine wunderbare Aussicht über den Tagebau mit seinen Terrassen, Steilwänden und neuerem Wildbewuchs. Und mittig in dem Steinbruch befand sich ein blauer See. Genau in diesem See befanden sich damals die Prüfstände für die A4/V2-Triebwerke. Nach kurzer Erkundung einiger übertägiger Relikte und Stollenmundlöchern, und vor Allem nach einer gewaltigen Klettertour, standen wir dann endlich vor der U-Verlagerung Rotbutt. Damit endet auch nun dieser kleine (übertage-) Erlebnisbericht. Denn wir müssten jetzt Einfahren. Und was wir unter Tage so treiben, geht niemanden was an. Außer natürlich die Fotos...

Tagebau im Oertelsbruch...

Willkommen in der Untertage-Verlagerung Rotbutt!

Eine der ersten U-Verlagerungen überhaupt war die U-Verlagerung mit dem Decknamen „Rotbutt“ bei Lehesten in Thüringen. Bereits ab September des Jahres 1943 begannen die Bauarbeiten in den Stollen und Tagebaue der Schiefergrube in Lehesten. Und komischerweise bekam die Untertage-Verlagerung auch schon einen passenden Tarnnamen, nämlich ein Fischname für einen Bergbaustollen, obwohl das Reichsministerium für Rüstung und Kriegswirtschaft (RmfRuK) noch gar nicht soweit war, dass eigentliche Decknamen-Schema einheitlich für alle U-Verlagerungen zu verabschieden. Das Decknamevergabeschema, wie wir es kennen, wurde nämlich erst im März 1944 erstellt. Also knapp ein halbes Jahr nach dem Baubeginn der Anlage Rotbutt. Wie ich eingangs schon geschrieben hatte, war die Lösung ganz einfach. Genau genommen handelt es sich hierbei um zwei verschiedene, aber vereinte, Untertage-Verlagerungen. Die erste U-Verlagerung war eigentlich keine „unterirdische Rüstungsproduktion“ in den Sinne. Denn die V2-Triebwerksteststätte war eigentlich ein Übertage-Verlagerung. Nur das Wasserversorgungssystem der Anlage wurde in die Schieferstollen verlagert. Das Kühlwasser zum Abkühlen der Aggregate wurde durch den natürlichen Kühlschrank „Stollen“ wieder herunter gekühlt um es erneut nutzen zu können. Ein Untertage-Kühlwasser-Kreislauf sozusagen. Der Deckname der Anlage war „ZW 8 Lehesten“, denn die U-Anlage gehörte zum Mittelwerk in Nordhausen. Die zweite U-Verlagerung wurde erst ab April 1944 in den Schieferstollen errichtet. Diese Anlage wurde zur Herstellung von Sauerstoff gebaut und trägt den Decknamen Rotbutt – was ja nun auch wieder passt. Naja, eigentlich immer noch nicht, denn eine unterirdische Sauerstoffproduktion ist normalerweise ein Projekt Eber. Da drücke ich jetzt einfach mal ein Auge zu, zumal ich immer wieder mal auf „falsche“ Decknamen von U-Verlagerungen stoße. Doch weiter mit der Anlage ZW 8. Die Schiefergrube Oertelsbruch bestand bis zum Umbau zur U-Verlagerung Ende1943 aus einem riesigen Tagebau mit einer Teufe von 110 Metern. Der Terrassenartige Tagebau war in 7 Sohlen unterteilt. Sohle A – G. In den jeweiligen Sohlen des Steinbruchs führten Stollen in den Berg. Auch dort wurde unter Tage Schiefer abgebaut. Mit dem Bergwerkseigner, der Familie Oertel, wurde ein Pachtvertrag abgeschlossen, so dass ab September 1943 die Bauarbeiten beginnen konnten. Zuvor war der SS-Baustab in die Oertelsvilla, welche oberhalb von dem Tagebau lag, eingezogen. Doch die untertägigen Stollen und Grubenfelder waren zunächst nicht groß genug für den Einbau einer Untertage-Verlagerung, beziehungsweise für den unterirdischen Kühlwasser-Kreislauf. Außerdem befanden sich einige der Förderstollen in keinem guten Zustand. Sie waren teilweise verbrochen. Doch in einer relativ kurzen Bauperiode ließen sich die verstürzten Stollen wieder aufwältigen und die Grubenräume und Abbaukammern konnten soweit erweitert werden, dass in ihnen die riesigen Wasserbecken und Tanks platz finden konnten. Auch über Tage wurden die Fundamente für die Rohrleitungen gegossen und Pumpenstationen erbaut. Einige solcher Betonfundamente und andere Reste des Wassersystems sind heute noch zu finden. Man muss sich das so vorstellen: Wie ein untertägiger Liebigkühler sollte die Wasserhaltung im Oertelsbruch funktionieren. Was sie auch tat. Die Prüfstände waren in Höhe der E-Sohle angebracht. Von dort aus wurde das heiße Wasser in die F-Sohle geleitet. Danach über den unterirdischen Maschinenpark bis hin auf die B-Sohle gepumpt. Von dort aus durchquerte das Wasser mehrere untertägige Wasserbecken, ehe es sich wieder im gekühlten Zustand in den Haupttanks, wieder auf der F-Sohle, sammelte und auf seinen erneuten Einsatz in den Prüfständen wartete. Das System der Kühlung durch den freien Fall und Zurückführung des Kühlwassers ist den Fachleuten unter euch auch als „Linde-Verfahren“ bekannt, woll? Da beim Abfeuern eines A4-Triebwerks enorme (Schub-) Kräfte und vor Allem Hitze frei wird, konnte die eigentliche Triebwerksprüfstätte NUR übertage in dem Steinbruch errichtet werden. Es wurden zwei Prüfstände für die V2-Triebwerke errichtet. Allerdings zeitversetzt. Die vormontierten Triebwerke wurden per Reichsbahn nach Lehesten transportiert. Sie kamen größtenteils aus dem Mittelwerk bei Nordhausen. Einige Triebwerke wurden allerdings auch bei uns im Ruhrgebiet hergestellt und ebenfalls mit der Reichsbahn zum geheimen Prüfstand im Oertelsbruch transportiert. Nach dem bestandenen Test wurden alle funktionsfähigen Triebwerke wieder zur Endmontage im Mittelwerk zurückgeschickt.
Die Prüfstände befanden sich direkt an der Steilkante auf der Sohle E. Der Schub konnte also gut bis in die Sohle G des Tagebaus abgeleitet werden. Das machte auch Sinn, denn in dem über 30 Meter tiefen Tagebaukessel konnten sich die Schub-Kräfte und Gase relativ gut verteilen, so das die Gefahr, das sich irgendwer verletzte, auf ein Minimum reduziert werden konnte. Bestimmt hat jemand von euch schon mal eine Silvester-Rakete aus der Hand starten lassen, oder? Mit einer A4 würde ich das allerdings nicht so gerne machen wollen. Ich habe schon einige Videos von Starts von A4-Raketen, geglückt oder auch nicht, gesehen, und ich möchte da noch nicht mal in der Nähe stehen. Auch die Betreiber des Zweigwerks 8, in diesem Falle die SS, hatten ihren Bunker, aus welchem sie die Raketentriebwerkstests aus sicherer Entfernung beobachten und analysieren konnten. Alle Tests wurden akribisch aufgezeichnet und jedes Triebwerk wurde nach bestanden Test mit einer Nummer versehen. Diese A4-Triebwerksnummer wurde in einer angrenzenden Halle mit einem Nummerierungshammer in den Ofen gestanzt. Alle anderen Triebwerke wurden mit dem Vermerk „Defekt“ zum Mittelwerk zurückgeführt. Allerdings konnte man nur eine „Sichtprüfung“ vornehmen und gegebenenfalls kleinere Reparaturen vor Ort durchführen.
Für den Testbetrieb wurden eigens dafür entwickelte, vergitterte Stahlgestelle auf entsprechende Wagen auf einer Schmalspur-Gleisanlage zu den Prüfständen gebracht. Über ein integriertes Drehkreuz wurde das Triebwerk in die Abbrennhalterung hinein geschoben und dann an die Druckschläuche der Sauerstoff- und Treibstoffleitungen angeschlossen. Danach konnte das Feuerwerk beginnen. Im Januar 1944 wurde der erste Test erfolgreich durchgeführt. Von den Insgesamt 4.327 getesteten Triebwerke wurden 3.462 als Fehlerfrei an das Mittelwerk zurückgeschickt.

Riss der Triebwerksprüfstätte im Tagebau...

Ab April 1944 wurde das Zweigwerk 8 um eine weitere Untertageanlage erweitert. Weitere unterirdische Produktionshallen wurden in ungenutzten Altbergbau-Stollen hinein gesprengt. In den Kammern sollte Sauerstoff und Stickstoff hergestellt werden. Deckname der „neuen“ Untertage-Verlagerung war Rotbutt. (Hurra – das passt...) Die Baunummer war 1160. Die U-Verlagerung Rotbutt war (nun endlich) eine rein unterirdische Produktionsstätte. Abgesehen von den Wetterschächten, welche neben der Wetterhaltung auch zum Ansaugen von Frischluft für die Sauerstoff-Produktion dienten. Jetzt war auch die Organisation Todt (OT) an dem Bau beteiligt. Das untertägige Produktionswerk Rotbutt umfasste eine Vielzahl von Kammern, welche alle durch einen zentralen Versorgungsstollen zu erreichen waren. Durch die Hauptstollenstrecke verliefen auch die Rohrleitungen für den Sauerstoff. Natürlich waren auch die anderen Produktionseinheiten mit der Anlage Rotbutt verbunden. Im Laufe der Zeit entstand so ein riesiges weitverzweigtes Stollensystem im Berg. Zusammen mit den Altbergbau-Stollen aus der Grube Oertelsbruch befindet sich noch heute ein gut 10 Kilometer langes Stollensystem, verteilt auf mehrere Sohlen, welche immer wieder durch (tonnlägige) Schächte verbunden sind, in den Bergen rund um den Tagebau. Ab heute gehört also auch Lehesten zu Stollenhausen – es wurde soeben von mir eingemeindet. Tata...
Doch weiter zum Umbau: Die Gleise im Förderstollen wurden nun wieder benutzt. Die Grubenbahn brachte Baumaterial in die unterirdische Baustelle und nahm auf dem Rückweg den ausgesprengten Abraum wieder mit. Die Betonier- und Maurerarbeiten gingen zügig voran. Fundamente wurden gegossen, Trafostationen und Maschinen installiert. Eine Besonderheit in der U-Verlagerung Rotbutt ist sicherlich die Form der Firstensicherung, die hier wirklich einzigartig ist. In die Produktionshallen wurden gewaltige Stahlgestelle und Träger eingebaut. An ihnen wurden dann die Torpedonetze angebracht, welche die wertvollen Maschinen vor Steinschlag schützen sollten. Wir staunten nicht schlecht, als wir die mittlerweile verfallende Konstruktion mitsamt den Torpedonetzen in den unterirdischen Produktionskammern fanden. Da stieß das fotografische Können von uns schnell an seine Grenzen, zumal die Hallen einfach riesig waren. Aber wir hatten ja unseren Bergmann mit, und er kommt nahezu mit (fast) jeder fototechnischen Herausforderung klar. (Danke an Bergmann für die Fotos, Glückauf nach Ibbenbüren)
Der weiter oben schon beschriebene Wasserkreislauf der U-Verlagerung Rotbutt und der Triebwerkstestanlage war eigentlich die wichtigste Einrichtung in der ehemaligen Schiefergrube überhaupt. Das Wasser diente natürlich zum Kühlen der Brennstäbe, genauso wie der Stickstoff auch, aber (ver-) brauchte die Anlage „Eber“ auch eine Menge von dem begehrten H2O. Ähnlich wie in einem Karstgebiet entwässert sich das Schiefergebirge auch unterirdisch und selbstständig. Schiefer ist nun mal ein durchlässiges Gestein. Das Problem bestand also im Wesentlichen in der Beschaffung der benötigten Wassermassen. So wurden im Rahmen der Baumaßnahmen auch kilometerlange Rohrleitungen verlegt, um auch den letzten Teich und Bach in der Umgebung seines kühlen Nasses zu berauben. Das bisschen Grubenwasser, was heute die unteren Stollenstrecken und die Prüfstände haben absaufen lassen, reichte im vollen Betrieb der Untertage-Verlagerung bei weitem nicht aus. Auch in dem naheliegenden Staatsbruch Lehesten, wo sich die U-Verlagerung Kaulquappe befand, kämpfte man mit ähnlichen Problemen und war gezwungen eine fünf Kilometer lange Rohrleitung bis hin zum Flüsschen Loquitz zu verlegen.

Lager und Umschlagplatz am Bf Lehesten...

Auf dem Bild seht ihr den ehemaligen Bahnhof Lehesten, den es heute leider nicht mehr gibt. Direkt neben dem Bahnhof wurde ein Materiallager errichtet. Von hier aus musste alles entweder per Schmalspurbahn, per Zahnradbahn oder mit Lastkraftwagen zum Oertelsbruch transportiert werden. In der Bauphase waren das Unmengen von Baustoffen wie zum Beispiel Steine und Arbeitsmaterial. In der Einrichtungsphase waren das Unmengen von Maschinen und Geräten. Und während der Produktionsphase wurden hier viele Triebwerke hin und her geschoben. Die Überproduktion von Stick- und Sauerstoff wurde an die Industrie des Deutschen Reichs ausgeliefert. Hierzu wurde eigens eine Abfüllstation zur Befüllung der Kesselwagen der Reichsbahn erbaut. Der sog. Rehbachstollen diente als bombensicherer Unterstand für die Kesselwagen der Reichsbahn. Die Reste der Verladeanlage sind heute noch immer zu erkennen. Die Stromversorgung mit Trafostation der U-Verlagerungen im Oertelsbruch war auch bombensicher in einem der Bergbaustollen untergebracht. Ebenso eine unterirdische Telefonzentrale befand sich in den Stollen. Die U-Verlagerungen Rotbutt und die Triebwerksprüfstätte ZW8 waren zweifelsohne eine der wichtigsten Einrichtungen im Zweiten Weltkrieg. Sie gehörten den sogenannten „Sauer-Programm“, auch Raketen-Programm, an. Doch den Untergang des Deutschen Reiches konnte sie auch nicht wirklich verhindern, obwohl die „Produktion“ hier in diesem Falle reibungslos lief. Die U-Verlagerung Rotbutt und das dazugehörige Zwangsarbeiterlager Laura wurde am 13 April ohne Widerstand der US-Army übergeben. Im April 1946 wurde die Anlage demontiert und das Grubengelände dem rechtmäßigen Eigentümer Karl Oertel zurück gegeben. Ein Teil der unterirdischen Fabrik wurde noch im März 1948 gesprengt...

Pumpenhaus der Wasserhaltung...

betonierte Fundamente im Steinbruch...

Fahrstollen im Oertelsbruch...

große Produktionshalle mit Torpedonetzen...

in der U-Verlagerung Rotbutt...

gesprengte Produktionshalle in Rotbutt...

Eismann zu Hause...

unterirdische Produktionskammer...

Reste der Wetterhaltung im Werk ZW 8...

So, zum Schluss möchte ich euch noch das Buch „Die Hölle im Schieferberg“, geschrieben von dem ehemaligen Zwangsarbeiter Ryszard Kessler, ans Herz legen. Ich habe das Thema Zwangsarbeit in meinem Bericht bewusst ausgeklammert, da zum Einen nur etwa 5% unserer Leser sich den kompletten Text durchlesen, und zum Anderen ich möchte, dass ihr euch das Buch besorgt, um mal wirklich zu erfahren, wie es den Zwangsarbeitern in der U-Verlagerung Rotbutt erging. Ich habe es schon mehrfach mit einem leichtem „Bauchschmerz“ gelesen.

Die Hölle im Schieferberg
Ryszard Kessler
Schwarm Verlag, Saalfeld
ISBN: 3-933295-02-5

Und noch was:
Man liest immer wieder mal in der einschlägigen Literatur über die U-Verlagerung Rotbutt, dass kurz vor Kriegsende ominöse Kisten mit unbekannten Inhalt von der Untertage-Verlagerung weg an einem unbekannten Ort gebracht wurden. Dieses, lieber K. H. Große, war leider auch nicht das Bernsteinzimmer. Dann muss es wohl doch in Wuppertal sein...

© Eismann

Danke an alle Beteiligten...