Luftschutzbunker in Remscheid – Hochbunker Humboldtstraße


Unterwegs in Remscheid: Diesmal wollen wir euch einen Luftschutzbunker in Remscheid im Bergischen Land vorstellen. Der Hochbunker befindet sich im Stadtteil Honsberg an der Stahlstraße, Ecke Humboldtstraße. Stattet man dem Sammelschutzbauwerk einen Besuch ab, fällt einem sofort die besondere Architektur des Betonbauwerks auf. Der Hochbunker wurde nicht als einfacher Klotz erbaut, sondern weist viele architektonische Besonderheiten auf. Das Gesimse und die Eingangs- bzw. Stirnfronten wurden aufwendig verwinkelt geplant und konstruiert. Auch die anderen Luftschutzbunker in Remscheid weisen einige Besonderheiten auf. Zum Beispiel wurden sie mit einem Turmanbau errichtet oder mit in das historische Stadtbild, wie etwa der Hochbunker in Lennep, integriert. Die anderen Bunker wurden auch verklinkert, aber das seht ihr ja, wenn die anderen Luftschutzanlagen aus RS nach und nach online gehen.



Nachdem das Luftschutzgesetz am 5.Juli 1935 in Kraft trat und somit der Weg zum zivilen Luftschutzbau geebnet war, wurden ab 1941 auch in Remscheid die ersten zentralen großen Luftschutzanlagen erbaut. Remscheid gehörte zusammen mit Wuppertal und Solingen zu den Luftschutzorten 1.Ordnung im Bergischen Land. In der damals rund 130.000 Einwohner zählenden Stadt wurden neben unzähligen Luftschutzstollen sechs Hochbunker erbaut. Remscheid war dem Luftgau-Kommando 6 mit Sitz in Münster angehörig. Der Honsberger Hochbunker wurde als zentraler Sammelschutzplatz inmitten eines Wohgebietes, Ende des Jahres 1941, im Zuge der ersten Bauwelle für den zivilen Schutz der Remscheider Bevölkerung errichtet. Er besteht aus Stahlbeton und der eigentliche, bauklotzähnliche Schutzkörper hat eine rechteckige Grundfläche von 18,85 x 29,25 Metern. Da der Betonbunker an einer abfallenden Straße erbaut wurde, hat er unterschiedliche Höhenangaben.


An der Stahlstraße hat er eine Höhe von 8,80 Metern und zwei Etagen ragen aus dem Boden. An der Siemensstraße entfalten sich dem Betrachter alle drei Geschosse auf einer Höhe von 11,70 Metern. Die Deckenstärke des Bunkers beträgt 1,40 Meter, ebenso die aus Beton gegossene Bunkersohle. Die Längsseiten der Luftschutzanlage hat eine Wandstärke von 1,75 Metern. Die beiden Fronten waren etwas dünner in der Bauausführung, sie hatten lediglich eine Wandstärke von 1,10 Metern. Die Gesamtgrundfläche des Bauwerks beträgt 676 Quadratmeter. Neben den beiden bombensicheren Eingangsbauwerken und den Wetterkaminen fallen einem sofort die bombenabweisenden Überbauten an den Stirnseiten und das abgeschrägte Dach ins Auge. Insgesamt macht der Klotzbunker noch einen gut erhaltenen Eindruck.



Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs diente der Honsberger Hochbunker lange Zeit als Kino und Veranstaltungssaal. Bereits im Oktober 1945 beantragte der Architekten Fehse aus Remscheid-Hasten die Umnutzung mit 540 Sitzplätze, 380 im Erdgeschoss und 160 auf der Empore. Nach einigen Jahren wurde der Kinobetrieb wieder eingestellt. Derzeit ist der Hochbunker auf unbefristete Zeit vermietet und dient als Lagerraum für Möbel. Nur so am Rande: Die jährliche Nettomiete für den Betonklotz beträgt rund 1.000 Euro. Heutzutage steht der Luftschutzbunker unter Denkmalschutz. Er wurde am 17 Februar 2006 unter der Objektnummer 643 in die Denkmalliste der Stadt Remscheid eingetragen. Das Bunkerbauwerk kann jederzeit von Aussen besichtigt werden.



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