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On Tour – Altbergbau in Osnabrück

Moin, moin... Dieser kleine Bericht handelt von einem Spaziergang, welchen wir letztens im Nord-Westen von Osnabrück gemacht haben. Anlass war ein Treffen in Ibbenbüren, genauer gesagt eine Geburtstagsfeier am Vortag. Und um das ganze verköstigte Veltins wieder auszuschwitzen, begaben wir uns am Tag nach der Feier zum Piesberg. Unterwegs in Sachen Altbergbau. Ich war ja schon ewig nicht mehr in dieser Region unterwegs, so dass ich gespannt war, ob sich noch alles in dem Zustand befand, wie ich es kannte, oder ob sich alles total verändert hatte, und ich nichts mehr wiedererkennen würde. Erinnert sich jemand von euch noch an die ersten beiden Berichte auf dieser Seite? Nein? Macht nichts, ich werde es euch nun verraten. Die ersten beiden Berichte, welche auf "untertage-übertage.de" publiziert wurden, waren die Beiträge über den Hasestollen und den Haseschacht in Osnabrück. Es ist jetzt genau 7 Jahre her, dass Bergmann und ich diese zwei Berichte hochgeladen hatten. Und heute, also sieben Jahre später, findet mal wieder ein kleiner Exkursionsbericht auf diese Homepage. Über Osnabrück und den Piesberg werde ich hier mal nichts schreiben, denn das könnt ihr alles auf "7grad.org" nachlesen. Dort gibt es auch weitere Berichte über den Altbergbau und Luftschutz am und im Piesberg. Hier geht es nun weiter mit dem Stüveschacht:

 Angekommen...

Die Abteufarbeiten vom Schacht Stüve begannen am 1. April 1873. Ohne nenneswerte Schwierigkeiten konnte der Schacht bis zur ersten Tiefbausohle niedergebracht werden. Im Jahre 1874 wurden auch die Tagesanlagen, wie das Maschinenhaus, das Kesselgebäude, die Schmiede sowie andere anderen Zechengebäude fertig gestellt. Unter Tage gingen die Arbeiten bis zum 29.01.1976 gut vorran, bis enorme einbrechende Wassermassen das Abteufen vorläufig zum Erliegen brachten. Erst nachdem das Steinkohlenbergwerk an den Georgs-Marien-Bergwerks-und Hüttenverein verkauft wurde, begann im Jahre 1889 erneut das weitere Abteufen des Stüveschachtes. Im Jahre 1892 erreichte man die zweite Tiefbausohle bei 207 Meter Teufe. Wegen dem starken Wasserzufluss wurde eine leistungsstärkere Wasserhaltungsmaschine erbaut. Sie hatte ihren Platz in der noch heute existenten Ruine des Stüveschachtgebäudes. Gefördert wurde die begehrte Anthrazit-Kohle, welche bis auf die Hase-Stollen-Sohle gehoben und durch den Förderstollen bis zu den Tagesanlagen und zur Kohlenaufbereitung am Haseschacht abgefördert wurde. Im Jahre 1893 erfolgte im Stüveschacht ein erneuter starker Wassereinbruch, bei dem leider neun Bergmänner den Tod fanden. Zwei Jahre später wurde eine neue Wasserhaltungsmaschine, diesmal unter Tage, errichtet. Doch auch diese war den enormen Wassermassen nicht gewachsen, so dass der Stüveschacht schon 1898 wieder aufgegeben und stillgelegt werden musste. Heute exitiert nur noch das Zechengebäude der zentralen Wasserhaltungseinrichtung vom Schacht Stüve – allerdings nur noch als Ruine.

 am Stüverschacht in Osnabrück

 Zugewachsen...

 ...ist die Ruine des Stüve-Schachts

 ehemaliges Gebäude zur Wasserhaltung

Direkt neben dem ehemaligen Stüveschacht befindet sich das Stollenmundloch des Mosberger Stollens. Der Mosberger Stollen wurde zwischen 1728 und 1740 vorgerieben und erhielt seinen Namen von dem Bergmann "Mauersbeg" aus dem Oberharz. Der Förderstollen ist heute fest verschlossen und dient dem Fledermausschutz.

 Stollenmundloch - Mosberger Stollen

Danach tauschten wir Steinkohle gegen Kalk (und Bunterze) und unternahmen eine Wanderung durch die schöne Industrie- und Kulturlandschaft Piesberg. Dabei erkundeten wir auch mehrere Steinbrüche, um einige uns von damals bekannte "Relikte" erneut zu besuchen und deren heutigen Zustand zu dokumentieren. Unterwegs wollte uns ein Einheimischer noch "gute" Tips geben und erklärte uns den Weg zur sogenannten "Felsrippe". Danke, aber unsere Antwort war: Wir wollen nach unten und nicht nach oben! Ich war erstaunt, dass sich hier in den letzten sieben Jahren kaum was verändert hatte. Bis auf die Situation rund um die Brechanlage war alles mehr oder weniger beim alten. Ganz zur Freude unser beiden Solinger, welche nun auch in den Genuss kamen, "unsere" alten Stollen zu besichtigen. Wie das bei solchen Touren nun mal ist, irgendwann läuft die Uhr wieder auf "Bergbau-Zeit", das heißt viel zu schnell, so dass wir mal wieder nicht alles geschafft haben, was wir uns vorgenommen hatte. Der Uhrzeiger stand schon wieder Grill- und Bierzeit, so dass wir abbrachen und zurück nach klein Stollenhausen fuhren. Doch für euch gibt es hier an dieser Stelle noch eine schöne Fotostrecke von unserer Tour rund um den Piesberg bei Osnabrück. Glückauf und viel Spass damit...

 Martin erkundet ein Stollenmundloch

 Splitterschutzzelle - kein WK2

 on Tour...

 Blick auf den höchsten Punkt von Osnabrück


 Irgendwo im Tagebau

Trümmerschutz über einem Stollenmundloch

Fotograf Svenska 


Blick auf die ehemalige Brechanlage

Das obligatorische Untertage-Foto...

© untertage-übertage.de / Juni 2015

Unterwegs waren:
Björn, Markus, Martin, Micha, Olly, Regina und Sven (7 Jahre – 7 Personen, passt...)

Bericht und Fotos von:
Olly Eismann



(ich bin heute mal der "Zurück-Button)