Ein kleines Jubiläum stand in diesem Jahr bei mir (Eismann) an. Und zwar habe ich letztens meine einhundertste (100!) Untertage-Verlagerung befahren. Einhundert U-Verlagerungen – das hört sich im ersten Augenblick nach richtig viel an, aber der Konfetti-Regen blieb leider aus. Auch das Knallen der Sektkorken war nicht zu hören, zumal ich gar keinen Sekt mag. Eigentlich war die Befahrung wie immer. Und bedenkt man, dass ich für 100 U-Verlagerungen genau 12 Jahre gebraucht habe, dann ist dieses Jubiläum zwar für mich sehr wichtig, aber eigentlich garnicht mehr so späktakulär wie es sich anhört. Nun ja, ich denke in der "Szene" gibt es nicht so viele Leute, die es geschafft haben, einhundert U-Verlagerungen zu befahren, so dass dieser Bericht allemal gerechtfertigt ist, oder? So, nun noch mal kurz etwas zur meiner/unseren Zählweise:

Gezählt wurden nur U-Verlagerungen, die wir auch von innen gesehen haben, wobei es drietegal war, ob wir nur einen kleinen Teil oder die komplette Verlagerung befahren konnten. Ihr merkt schon, dass ich jetzt wieder im Pluralis schreibe, denn ich war nie alleine unterwegs. Das sollte man auch tunlichst vermeiden, allein schon vom Sicherheitsaspekt aus gesehen, woll? Und da ich immer wieder mit anderen Bunkersportlern aus unserem Team oder Befreundeten Gruppen unterwegs war, kommt auch keiner von meinen zahlreichen Mitbefahrern auf die Summe 100. Den zweiten Platz, wenn ich das mal so schreiben darf, belegt unser Bergmann mit ca. 60 befahrenen Untertage-Verlagerungen. Das nur mal so am Rande. Doch weiter im Text:
Alle anderen Untertage-Verlagerungen, die wir also nur von außen kennen, wo wir vor verschlossener Tür standen oder zum Beispiel ein verfüllter Schacht uns den Zugang verwährte, wurden in dieser Auflistung nicht berücksichtigt. Auf eine Liste der von uns erkundeten U-Verlagerungen wird hier verständlicherweise verzichtet, denn unter den Objekten befinden sich einige Anlagen, wo es aus unserer Sicht besser ist, dass niemand überhaupt von der Existens der unterirdischen Rüstungsfabrik erfährt. Besser ist das, wollnich? Ich "finde" in letzter Zeit irgendwie nur noch Stollenanlagen, deren Fotos ich niemals irgendwo veröffentlichen möchte. Es ist schon komisch: Je länger man das "Hobby" betreibt, desto mehr Stollen kennt man und desto weniger darf veröffentlicht werden. Na, ja – ihr kennt das ja sicherlich selber, oder?

Svenska und Martin (Minehunters)

So Kumpels, da dieser Bericht hier in unserer Rubrik "on Tour", und nicht in unter "U-Verlagerungen", gepostet wird, gibbet hier auch nun den Tourbericht von meiner einhundertsten Untertage-Verlagerung-Befahrung:

Der Ursprung unserer Tour ist komischerweise in einem Chat auf einer meiner Meinung nach weit überbewerteten großen Internet-Kommunity, nennen wir sie einfach mal "Gesichtsschnitzel", auf der ich eigentlich eher selten zu finden bin, entstanden. An irgendeinem März-Abend saß ich gelangweilt vor meinem Rechner und war froh, dass wenigstens ein paar Gleichgesinnte auch nichts Besseres zu tun hatten. Nach unzähligen, überflüssigen, schwachsinnigen Postings reifte in mir die Idee endlich das Thema zu wechseln und die erste "größere" Tour des Jahres 2014 virtuell zu planen. Nach einer halben Stunde stand der Termin und die Vierköpfige Reisegruppe fest. Danach nahm ich das Zepter in die Hand und klärte in den darauffolgenden Tagen die Einzelheiten mit meinem Freund Axel. Genau, die längst überfällige Tour ins schöne Pausa, zum Team Bunkersachsen, sollte nun endlich durchgeführt werden. Nach einem letzten Treffen bei mir im Bunkersport-Hauptquartier dauerte es noch genau zwei Wochen, bis das Auto die Wuppertaler Stadtgrenze verließ...

Aus der Vierköpfigen Reisegruppe (zwei Wuppertaler und zwei Solinger) wurde unterwegs eine Dreiköpfige Reisegruppe. Nachdem wir über den Teutoburger Wald gefahren sind, machte es plötzlich "Poff", ein Nebelpilz türmte sich auf und eine Person aus unserem Auto verschwand einfach so. Egal, da haben wir halt mehr Platz im Auto. Unsere fahrt über "Hitlers Autobahn" (Chefdenker) dauerte den ganzen Tag und verlief durch 5 Bundesländer. Bei uns in NRW ist die Stadt Köln der Inbegriff für Stau. Wir hatten also unterwegs jede Menge Köln in verschiedensten Längen. Aber nach dem zwölften Köln verließen wir endlich Hitlers Autobahn und erfreuten uns schon mal an der herrlichen Landschaft im Vogtland. Aber wie auch beim letzten Mal wurde das Wetter pro Bundesland und Köln immer schlechter. Ich hielt es die ganze Zeit für einen Scherz, aber als wir in Pausa ankamen, war dort wirklich ein roter Teppich extra für uns ausgelegt und unser Gastgeber Axel (und halb Pausa, hahaha...) erwartete uns mit einer leckeren Kiste Bier...

Willkommen in Pausa - der rote Teppich

So, jetzt machen wir einen kleinen Zeitsprung und befinden uns nun an dem Tag, an dem ich endlich meine U-Verlagerung Nummer 100 befahren werde. (hatte!) Nach endloser Gurkerei durch den Thüringer Wald waren wir endlich vor meiner Nummer 100 angekommen. Wie ich oben schon beschrieben hatte, war eigentlich alles wie immer. Helm auf, Geleucht inne Hand und ab in den Berg. Meine Nummer 100 ist die U-Verlagerung Rotfeder! Glück Auf...

Beton im Wald

Fahrstollen

Gestänge

Weiche unter Tage

Abraum im Hohlbau

Förderstollen mit Gestänge

Tonnlägiger Schacht zur 2. Sohle

Eismann in U-Verlagerung Rotfeder

Ahh... meine Nummer 100

Stollen

Riesige Halle unter Tage


Befahrer der U-Verlagerung 100: Martin, Axel, Loreen, Sven, Rene und Olly

So, ihr Schlufer, die letzten Zeilen werde ich dafür benutzen, um mal einige Danksagungen loszuwerden: Vielen Dank an Axel für die Organisation der herrlichen Befahrungen in meinem schönen Thüringen. Danke auch für die Bewirtung, die Pennplätze und die netten Abende am Feuerchen. Ein weiterer Dank geht an das Team Minehunters aus Solingen für das (Mitbe-) Fahren und die klasse Tour. Helmut muss hier auch noch erwähnt werden. Danke. Ein letzter Dank geht an "La Familia" – einfach für ALLES...

Grüße und Glückauf an alle Beteiligten, speziell an Simone, Axel 2, Jens, Team Bunkersachsen und an alle Befahrer, welche mit uns auf der Suche nach dem Schneeosterhasen waren...

© Eismann, Team Untertage-Übertage, Mai 2014