Hochbunker in Hamm (Teil 1) - Luftschutztürme Widumstraße und Westentor

Hamm in Westfalen: (eine Mini-Einleitung!)

Die rund 180.000 Einwohner zählende Industrie- und Hafenstadt Hamm liegt im süd-östlichem Ruhrgebiet. Geteilt wird die westfälische Metropole durch die Lippe und dem Datteln-Hamm-Kanal. (nördlicher Teil: Münsterland, südlicher Teil: Ruhrpott) Einst geprägt durch die Ansiedlung der Schwerindustrie (Stahl- und Drahtindustrie) und dem Steinkohlenbergbau entwickelte sich die Stadt Hamm zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt der Eisenbahn, aber auch der Schifffahrt. Das bekannteste Kulturobjekt in Hamm ist wohl der Maximilianpark mit dem gläsernen Elefanten, welcher sich auf dem Gelände der 1903 gegründeten und im Ersten Weltkrieg ersoffenen Zeche Maximilian entstand. Doch obwohl es Hamm immernoch ein aktives Steinkohlenbergwerk gibt (und jede menge Altbergbau), wollen wir euch heute mal zwei imposante Luftschutztürme (von 15 erbauten Hochbunkern) aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs vorstellen. Schließlich gibt es in dem ehemaligen Luftschutzort 1. Ordnung viele Bunkerbauten noch heute zu entdecken. Okay, los gehts: 

LS-Turm Widumstraße

    

Der Hochbunker, der auf den Bildern zu sehen ist, steht an der Widumstraße im Zentrum von Hamm. Es handelt sich hierbei um Einen von fünf Hochbunkern mit 9 Etagen im Innenstadtbereich. Der Hochbunker ist allerdings der Einzige in Hamm mit einem 8-Eckigen Grundriss. Der Luftschutzturm wurde in der zweiten Bauwelle des Luftschutzbunkerbaus errichtet und hat die laufende Nummer 6 der 15 Hochbunker in Hamm. Geplant war der Betonkoloss mit 500 Liegeplätze für die schutzsuchende Bevölkerung der Stadt. Sein Fassungsvermögen war im September 1944 bei 5-facher Belegung mit rund 3.100 Personen angesetzt worden. Baubeginn des Hochbunkers an der Widumstraße war im Sommer 1941. Die Aussenwände aus Stahlbeton haben eine Stärke von zwei Metern. Die Abschlussdecke hat eine Stärke von 1,80 Metern und in jeder Himmelsrichtung befindet sich ein Eingang mit bombensicherem Vorbau. Die Stahlbeton- und Maurerarbeiten wurden von der Firma Schröder & Bergmann unter Mithilfe von französischen Kriegsgefangenen durchgeführt. Die Kriegsgefangenen waren im Saal der Gaststätte Diekmann an der Münsterstraße untergebracht und wurden unter Bewachung morgens zur Bunkerbaustelle und abends wieder zurückgeführt. Bei einem Luftangriff auf Hamm am 25 Oktober 1944 war es wegen dem einsetzenden Flakfeuers am Hochbunker zur Panik gekommen, so daß es unter den hastenden Menschen einige Tote und Verletzte gab.

Heute wird der Hochbunker noch ge(bunker)wartet und ist ein öffentlicher Schutzraum der Stadt Hamm mit 847 Schutzplätzen... 



LS-Turm Westentor

Dieser Hochbunker befindet sich ebenfalls in der hammer Innenstadt und ist einer von vier Baugleichen Luftschutztürme in Hamm. Er hat auch 9 Etagen und war für 540 Liegeplätze geplant. Seine laufende Baunummer lautet 8. Die Grundfläche dieses Hochbunkers ist quadratisch und misst 17 mal 17 Meter. Die Aussenwände sind zwei Meter stark und die Abschlussdecke ist, wie bei dem Bunker an der Widumstraße auch, 1,80 Meter mächtig. Auch bei diesem Luftschutzbunker in Hamm war der Baubeginn im Sommer 1941. (2.Welle) Er wurde von der Baufirma Helmich errichtet. Bei Bombenangriffen bot er bei 5-facher Belegung rund 3.500 Personen schutz. In jeder Etage befinden sich die 12 Schutzräume gegenüberliegend an den Aussenwänden. In der Mitte befindet sich je ein Waschraum, eine Toilettenanlage und das Treppenhaus.

Auch dieser Hochbunker in Hamm ist heute öffentlicher Zivilschutzbunker mit 990 Schutzplätzen für den Ernstfall...

    


...wird fortgesetzt, bis denne...

© alles von eismann / untertage-übertage.de