Eismann...

Aha, es gibt also doch Menschen, die sich für die Personen hinter der Webside interessieren. Nun denn, ihr habt es so gewollt. Hier die Vorstellung von mir - Eismann:

Es war so in der Zeit der miesen Frisuren, Koteletten, RAF, Telefone mit Wählscheibe und bunten Zimmereinrichtungen. Ja genau, die 70er. In irgendeinem Jahr zu dieser Zeit erblickte ich als Eines von 2.000 Baby`s in der LFK (Landes-Frauen-Klinik) in Wuppertal-Elberfeld das Licht des Bergischen Landes. In der Folgezeit wuchs ich irgendwo zwischen den U-Verlagerungen Kauz und Meise, zwischen Wuppertal-Barmen und Schwelm auf. Meine ersten Worte damals waren: Mama, Papa, Bryngrrgrr und Höhle... Meine Kindheit verlief relativ normal. Wie andere Köttel auch, ging ich zunächst in der Grindergarten und später in die Grindschule. Etwas später, ich besuchte mittlerweile die Rektalschule und meine Interessen galten dem BMX-Rad fahren, wurde ich plötzlich dem Bergischen Land entrissen und musste fortan eine Höhle in Ibbenbüren bewohnen. Das Ganze war so im letzten Drittel der 80er Jahre. Ibbenbüren war ein ziemlicher Kulturschock für mich und an Langeweile kaum zu überbieten. Von den wenigen guten Sachen in Ibbenbüren will ich hier mal exemplarisch zwei der wichtigsten Begebenheiten erwähnen. Die beiden Dinge, die mein Leben nachhaltig verändern sollten, waren zum Einen der Erwerb der ersten Napalm Death LP "Scum" und zum Anderen, dass ich einen gewissen Björn kennengelernt habe. Mein damaliger Weggefährte hört heute auch auf den Namen "Bergmann" und ist mitverantwortlich, dass ich diese Zeilen hier tippe. Anfang der 90er waren Björn und ich eher im Teutoburger Wald anzutreffen, als in irgendwelchen Bunken-Discos, wo sich der Rest der (Schul-) Kollegen aufhielt. Bedingt durch die vielen Wanderungen durch die Wälder kristallisierte sich auch so langsam der Untertage-Virus bei uns heraus. (siehe an dieser Stelle auch die Einleitung zur U-Verlagerung Zeolith - Link)

 Eismann untertage in Kauz

Es folgten ausgedehnte Wandertouren und Höhlenerkundungen im Sauerland. Doch das ich als Stadtmensch nicht lange in Ibbenbüren klarkommen würde, war praktisch vorprogrammiert, so dass ich meine beiden Haupthobbies (Wald und Konzerte) räumlich voneinander trennen musste. Biertrinkenderweise auf Konzerten dem Rempeltanz zu fröhnen fand ab nun vermehrt in Münster (Triptychon, Sputnikhalle, Baracke...) statt. Der Wald mit den Stollen blieb in Ibbenbüren. Schließlich zog ich im Jahre 1994 ganz in die westfälische Metropole Münster. Nach einer weiteren Umorientierung, ich gehörte mittlerweile der sog. "working-class" an, gerieten die Höhlen und Stollen (Bis auf kleine Ausnahmen) zunächst aufs Abstellgleis. Und zwar so lange, bis ich einen Gleichgesinnten, den aussem Pott stammenden und ebenfalls in Münster gestrandeten Georg kennenlernte. Zunächst versuchten wir uns als Untergrundfilmer, bevor wir uns (erneut) auf Bunker und Stollen spezialisierten. Im Sommer 2002 gründeten wir die Internetseite "7Grad" (Link) um auch den Rest der Menschheit an unserem Hobby teilhaben zu lassen. Von da ab ging es Schlag auf Schlag. Bunkersport und Stollentouren waren unsere Religion, unser Lebensmotto. Zwei Jahre später kam die Seite U-Verlagerung.de und das 7Grad-Forum dazu. Doch wir wurden viel zu schnell viel zu groß und es kam wie es kommen musste: Das Hobby wurde zum "full-time-job", so dass wir trotz stattlicher Größe des 7-Grad-Teams (Björn war mittlerweile auch an Bord...) es nicht mehr schafften die Sache am Laufen zu halten. Die ganze Geschichte zerfiel dann einfach... Im Jahre 2007 fand die letzte 7-Grad-Party statt - zeitgleich verschlug es das 7-Grad-Team in alle Richtungen. Anfang 2007 habe auch ich der Studentenstadt Münster lebewohl gesagt und bin zurück in meine Heimat gezogen. Jetzt wohne ich wieder in der Stadt, in der das Heroin, das Aspirin und die Chaos-Tage erfunden wurden: Wuppertal. Alles, was mir in Münster fehlte, gibt es hier und alles was ich in Münster hatte, fehlt mir hier... Jetzt sitze ich mal wieder in meiner Butze in Elberfeld und tippe diese Vorstellung hier. Den Rest der Geschichte kennt ihr ja - schließlich sitzt ihr auch gerade vorm Rechner und seit auf unserer "neuen" Internetseite. (siehe auch hier - wie alles begann...) So, dat war´s zu meiner Person. Wer hier glaubt, ich erzähle hier was über meine Lieblingsfarbe, -Essen oder ähnlichen Quatsch, hat sich wohl geirrt - wir sind hier ja nicht im Posie-Album deiner kleinen Schwester. So langsam ist aber gut hier. Wie meine Ex schon treffend zu mir sagte: Olly, du findest einfach kein Ende. Worauf ich antwortete: Ja, ich auch...



Eismann, 2008